2016 wird das bislang wichtigste Jahr für Start-ups, die ein altes und auf den ersten Blick unattraktives Segment in eine digitalisierte Welt hieven wollen.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute ist wieder Julian Heck dran. Er ist Journalist und auf medienjournalistische und digitale Themen spezialisiert und beleuchtet die boomende Fintech-Branche.

Ein ambitioniertes Vorhaben. Besonders der Bereich InsureTech hat es in sich. Schon in der vergangenen Kolumne habe ich über das große Potential der Versicherungs-Start-ups für das Jahr 2016 gesprochen. Schaut man sich neue FinTech-Start-ups an, fällt auf: Viele der FinTechs stürzen sich auf das Thema Versicherungen: asuro, Financefox, Ted, GetSafe – die Liste ist schier endlos. Alle arbeiten an Apps, um Versicherungen kompakt in der Hosentasche verwalten zu können. Wenn die Entwicklung nicht abgebremst wird, dürfen wir uns weiterhin auf eine ganze Palette an Versicherungs-Apps freuen.

Außen hui – eine geniale Idee

Das ist allerdings auch wenig verwunderlich, denn die Idee ist in der Tat grandios. Wer hat schon einen genauen Überblick darüber, welche Versicherungen zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Konditionen abgeschlossen wurden?

Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, dass ich nicht der einzige bin, der nicht wie aus der Pistole geschossen sagen kann, wie teuer meine Kfz-Versicherung ist, wo der Versicherungsschein für die Lebensversicherung liegt oder welche Fälle die Hausrat-Versicherung explizit ein- bzw. ausschließt.

Es gibt sicherlich genügend Personen, die daran scheitern und deshalb froh sind über eine smarte Lösung, die alles übersichtlich zusammenstellt. Dass die InsureTech-Start-ups geradezu aus dem Boden schießen, liegt gewiss schlichtweg daran, dass sie einen Bedarf erkannt haben.

Innen hui – die böse Maklervollmacht

Diesen Bedarf gibt es wirklich – allerdings teilt er sich beim genaueren Hinsehen in zwei Teile, weil die Versicherungs-Apps zwei verschiedene Funktionen bieten. Zum einen bieten sie Übersicht: Versicherungen werden sozusagen digitalisiert in der App verwaltet. Eine simple, aber wirklich praktische Lösung mit großem Mehrwert, wenn man sich denn erstmal dazu entschlossen und Sicherheitsbedenken aus dem Weg geräumt hat.