Über den Wolken ist die Freiheit nicht grenzenlos. Auch nicht für tausende Hobby-Piloten mit ihren Drohnen. Nun gibt es strengere Regeln.

Nun soll am Londoner Flughafen Heathrow passiert sein, womit Experten schon seit längerem gerechnet haben. Ein unbemanntes Flugobjekt soll mit einem Passagierjet der British Airways zusammengestoßen sein, die Kollision verlief zwar glimpflich, wirft aber gleichzeitig ein grelles Schlaglicht auf eine noch weitgehend ungeregelte Dauergefahr im Luftverkehr. Denn möglicherweise verursachte eine Drohne den Zwischenfall in London.

Noch kann sich in Europa jedermann eine Drohne kaufen und sofort unkontrolliert am Himmel loslegen. Die wenigen existierenden Vorschriften sind vielen Hobby-Piloten unbekannt und können auch leicht umgangen werden.

Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten zu Beinahezusammenstößen von Drohnen mit Verkehrsflugzeugen gekommen. Allein für den deutschen Luftraum berichtet die Deutsche Flugsicherung (DFS) von zwölf Drohnensichtungen durch Piloten in den vergangenen 15 Monaten.

Vier Millionen Drohnen weltweit

Die US-amerikanische Behörde FAA spricht sogar von hunderten Zwischenfällen. „Die überwiegende Zahl von Drohnen wird von Laien betrieben, die oft keinerlei Vorstellung vom Luftverkehr haben oder die Risiken grob unterschätzen oder sogar negieren“, klagt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.

An Flughäfen ist das Problem besonders augenscheinlich: „Die größte Gefahr besteht darin, dass Drohnen von den Triebwerken eingesaugt werden. Insbesondere bei Start und Landung kann das verheerende Folgen haben“, sagt Jörg Lamprecht, Chef des Kasseler Unternehmens Dedrone, das sich auf die Entdeckung unerwünschter Flugobjekte spezialisiert hat.

Die staatlichen Kontrolleure reagieren bislang eher hilflos auf die private Armada. Etwa 400.000 Drohnen sind in Deutschland bereits verkauft worden, weltweit waren es nach Branchenangaben allein im vergangenen Jahr rund vier Millionen Stück. Lediglich anhand von ins Internet gestellten Drohnenfilmen versucht beispielsweise die niedersächsische Luftaufsicht, einzelnen Piloten Verstöße etwa zur Flughöhe nachzuweisen. Als verbotene Königsdisziplin gilt, das Flugobjekt allein anhand der aufs Handy übertragenen Livebilder der Bordkamera zu navigieren. Eigentlich muss der Pilot sein Gerät jederzeit im Blick haben.