Mit Windeln.de gibt es wieder einen Start-up-Börsengang. Ein hochrangiger Politiker ruft derweil einmal mehr nach einer „Neuen Gründerzeit“. Dabei gibt es die schon, wie auch der Inkubatoren-Boom zeigt – doch Kritiker warnen vor einer PR-Show.

Nachdem lange spekuliert wurde, ist es nun offiziell: Windeln.de geht an die Börse. Das 2010 gegründete Start-up plant ein Emissionsvolumen von bis 200 Millionen Euro. 100 Millionen sollen durch eine Kapitalerhöhung eingenommen werden, bisherige Gesellschafter wollen durch Anteilsverkäufe etwa 80 Millionen Euro erlösen. Neben den Geschäftsführeren zählen zu den Anteilseignern DN Capital (24,3 Prozent), Acton Capital (19,5 Prozent), Goldman Sachs (12,8 Prozent) und die Deutsche Bank (11,1 Prozent).

Der Münchner Online-Händler für Babyprodukte hat 2014 seinen Umsatz auf 101 Millionen Euro gut verdoppelt, 55,6 Millionen davon stammen aus China. Allerdings schreibt das Start-up noch Verluste: Das EBITDA lag 2014 bei -10,9 Millionen.

Für Start-ups, die dagegen noch am Anfang stehen und einen Accelerator suchen, haben die Qual der Wahl. Schon vor ein, zwei Jahren wurde über die Inkubatorenschwemme diskutiert und seither ist es eher noch unübersichtlicher geworden. Robin Wauters hat nun versucht, eine Übersicht über die Accelerator-Programme in Europa zu erstellen und ist dabei auf etwa 100 gekommen.

Dabei haben einige auch schon wieder aufgegeben, wie beispielsweise der ProSieben-Inkubator Epic in Berlin. Fred Destin vom Risikokapitalgeber Accel Partners prognostiziert weitere Schließungen und Kritiker bezeichnen insbesondere die Brutkästen von Konzernen als „PR-Show“. „Es kann schlicht nicht funktionieren“, sagt Destin, „wenn sich jeder Großkonzern seinen eigenen Accelerator anflanscht.“

Doch erst einmal kommen zwei neue Programme hinzu: Ende des Monats startet der Accelerator des Handelsriesen Metro in Berlin und BMW eröffnet eine Startup Garage.