Be My Eyes

Menschen mit einer Sehbehinderung haben nicht ständig eine Begleitung um sich herum. Dieses Problem hat ein dänisches Start-up erkannt und die App Be My Eyes entwickelt. Das Prinzip: Freiwillige sehende Menschen sollen Blinden im Videochat die Umgebung beschreiben und ihnen so im Alltag helfen.

In der kostenlosen App kann sich jeder als Sehender oder Blinder registrieren und muss angeben, welche Sprachen er spricht. Benötigt ein Mensch mit einer Sehbehinderung Hilfe, bekommt ein zufälliger Sehender einen Videoanruf und kann beispielsweise bei der Suche nach einem verlorenen Gegenstand oder beim Einkaufen im Supermarkt helfen.

Die Zielgruppe für die App ist riesig: Ungefähr 285 Millionen Menschen auf der Welt haben eine Sehbehinderung. Auch der dänische Gründer von Be My Eyes, Hans Jørgen Wiberg, gehört dazu. „Menschen mit Sehbehinderung sollte man immer mitdenken, selbst wenn man kein Produkt direkt für sie Entwickelt“, sagt Wiberg.

Zunächst machte das Unternehmen keinen Profit, dank Sponsoren und der dänischen Regierung können inzwischen vier Mitarbeiter bezahlt werden. Be My Eyes kam im Jahr 2015 auf dem Markt. Inzwischen sind fast eine halbe Million Sehende und knapp 35 000 Menschen mit Sehbehinderung registriert. Allein in Deutschland haben bereits mehr als 20 000 Menschen die App heruntergeladen.