Das Interesse an Unterstützung für Menschen mit Behinderungen wächst. Start-ups arbeiten an Lösungen, die sich immer lohnen. Und manchmal sogar finanziell auszahlen.

Von Julian Hilgers

Ein Exoskelett für mehr Mobilität, ein individuell angepasster Rollstuhl oder eine Videoapp, um erblindeten Menschen zu helfen: Technologische Innovationen können große Erleichterungen für Menschen mit Behinderungen mit sich bringen.

Start-ups – hierzulande und im Ausland – haben diese Entwicklung erkannt und entwickeln Produkte und Dienstleistungen für eine wachsende Zielgruppe. Laut Statistischem Bundesamt lebten 2013 in Deutschland rund 10,2 Millionen Menschen mit einer anerkannten Behinderung, 7,5 Millionen davon haben sogar eine schwere Behinderung.

Zusätzlich schafft jedoch auch der demografische Wandel immer mehr Bedarf für das Sozial- und Gesundheitswesen. Viele Produkte werden damit nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern auch für Senioren interessant. „So wandelt sich dieser Bereich zu einem Sektor mit hohem Potenzial“, erklärt Marcus Redaèlli, Gesundheitsökonom an der Universität zu Köln. Er empfiehlt daher Gründern, die Schnittstellen dieser Bereiche immer mitzudenken.

Einige Start-ups haben dieses Potenzial bereits erkannt – manche leben selbst mit Behinderungen und suchten im ersten Schritt nach Verbesserungen für den eigenen Alltag. Gelingt dies, können sie mit ihrem Unternehmen nicht nur vielen Menschen helfen, sondern auch erfolgreiches Business aufbauen. Denn die Industrie blickt immer neugieriger auf entsprechende Angbeote.

Aufgrund des Facharbeitermangels, werden auch Menschen mit Behinderungen dringend auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Redaèlli verweist nach Japan, um das Potenzial der Branche zu zeigen: „Viele technischen Errungenschaften dort, wie körperlich angepasste Assistenzhilfen für ältere Arbeitnehmer, stammen aus der Entwicklungsstube für Menschen mit Behinderung.“ Oft sind die Menschen bei der Überwindung der Barrieren auf technische Hilfe angewiesen.

Gründer, die in dem Bereich unterwegs sind, schaffen so in jedem Fall ein Start-up, was sich lohnt. Und in manchen Fällen zahlt sich das Engagement in dem speziellen Markt tatsächlich aus. Wir stellen die Ideen von fünf jungen Unternehmen vor.