Das Potsdamer Startup Flightright soll bei Fluggesellschaften Schadensersatz für Passagiere eintreiben, deren Flüge nicht pünktlich waren oder sogar annulliert wurden.

Zur Vorbereitung seiner Hochzeit kam Philipp Kadelbach zu spät, und den Gerichtstermin hätte er fast verpasst. Denn wieder einmal war sein Flug verspätet. Da reichte es dem Juristen. Er gründete Flightright. Das Potsdamer Unternehmen soll bei Fluggesellschaften Schadensersatz für Passagiere eintreiben, deren Flüge nicht pünktlich waren oder sogar annulliert wurden.

„Wir sind quasi ein Robin-Hood-Inkasso“, sagt Kadelbach. Mehr als 400.000 Menschen habe er seit Gründung des Unternehmens 2010 schon geholfen.

Seine wichtigste Waffe ist die EU-Fluggastrechteverordnung. Danach müssen Airlines ihre Passagiere entschädigen, wenn das Flugzeug stark verspätet ist oder gar nicht erst startet. Bis zu 600 Euro können Reisende dann einfordern; vorausgesetzt, Start oder Landung erfolgten in einem EU-Land oder waren dort geplant. „Aktuell nutzen nur fünf bis zehn Prozent der Betroffenen ihr Recht“, sagt Kadelbach.

Auf seiner Internet-Seite können Reisende ausrechnen, was ihnen zusteht. Stellt sich eine Airline stur, zieht Flightright sogar vor Gericht – und übernimmt das Kostenrisiko. „In 98 Prozent dieser Fälle sind wir erfolgreich“, sagt er. Als Provision kassiert Flightright 25 Prozent der erstrittenen Summe. Derzeit betreut er nur EU-Bürger, 2016 will er sich auch um Amerikaner auf EU-Flügen kümmern.