Die ehemaligen Bosch-Ingenieure Aleksandar Duric und Philipp Deslandes gründeten das Modeunternehmen Gym Aesthetics. Seit vergangenem März schreibt das Start-up schwarze Zahlen.

Vom Motorblock zum Muscle-Shirt – diesen Schritt wagten die ehemaligen Bosch-Ingenieure Aleksandar Duric und Philipp Deslandes. Mit dem Modelabel Gym Aesthetics machten die Kraftsportler ihr Hobby zum Beruf. Die sexy-schrillen Shirts mit Aufdrucken wie „Veni, vidi, vici“ verkaufen sie ausschließlich übers Internet. Im nächsten Monat schon an die 7000 Stück – und das innerhalb nur eines Jahres. Seit März ist Gym Aesthetics in den schwarzen Zahlen. Zum Jahresende soll der Online-Shop monatlich eine Million Euro Umsatz bringen.

Den reißenden Absatz verdanken die Schwaben prominenten Teilhabern wie Bodybuilder Karl Ess und Ralf Sättele. Sie produzieren Fitnessvideos, die sie über Youtube und Facebook verbreiten. Bei ihren Übungen tragen sie Shirts der Stuttgarter. Rund zwei Millionen Nutzer sehen so die Hoodies, Shorts und die weit ausgeschnittenen Stringer-Shirts. Produziert wird in Asien. Wobei die Geschäftsführer penibel darauf achten, nur Stoffe und Kleidungsstücke von zertifizierten Herstellern zu beziehen. Bedruckt werden die Shirts in Stuttgart. „2015 wollen wir in de Lage sein, Reebok oder Nike in der Fitness-Nische zu ärgern“, gibt sich Deslandes selbstbewusst.

Die zweite Marke „Shrdd“ ist seit Mai am Start. „Die trägt der Athlet, wenn er zum Clubbing geht oder lässig im Café sitzt“, erklärt Duric. Für das Freizeit-Label haben die Schwaben die brasilianische Fitness-Ikone Larissa Reis gewonnen. Mit dem ehemaligen Playmate und Muskel-Topmodel soll der Durchbruch in den USA gelingen. In ihrem Restaurant „Protein-House“ in Los Angeles gibt es bereits Shrdd-Shirts zu kaufen. „Die ersten Bestellungen aus Übersee liegen vor“, freut sich Duric.

In Kürze zünden die Schwaben Stufe zwei. Deslandes entwirft die Aufdrucke, mit denen eingekaufte Shirts veredelt werden – eigene Schnitte gibt es bisher aber nicht. „Da fehlt uns weitestgehend das Know-how“, gibt der Wirtschaftsingenieur zu. Als nächstes soll daher ein Designer das Team unterstützen. Dazu gesellen sich Werkstudenten für die Social-Media-Aktivitäten. Noch stemmen Freunde und Verwandte die Betreuung der Community. Bei der stark wachsenden Nachfrage ist das kaum noch zu bewältigen.

„Wir sind von der Umsatzexplosion regelrecht überrollt worden“, erinnert sich Deslandes. „Blauäugig“ sei man an das Projekt rangegangen, sei wild gewachsen und habe auch so investiert. Jetzt ist die Zeit gekommen, den Wildwuchs in geregelte Bahnen zu lenken.

Die offenen Posten möchten die Gründer am liebsten aus ihrer Fitness-Community in den Sozialen Medien gewinnen. Auf klassische Werbung oder Vertrieb über den Einzelhandel verzichten sie auch in Zukunft. „Uns gibt es exklusiv im eigenen Onlineshop“, betont Deslandes, daran werde auch die wachsende Zahl von Anfragen aus dem Handel nichts ändern.