Konsumenten kaufen immer öfter Wein im Internet. Junge Unternehmer nutzen diese neue Lust am Online-Shopping für ihre ausgefallenen Geschäftsmodelle.

Als Philip Blasberg im Sommer 2013 nach einem einjährigen Studium im schwedischen Jönköping zurück nach Deutschland kehrt, hat er nicht nur seinen Masterabschluss in der Tasche, sondern auch eine Geschäftsidee im Gepäck. Sein Ziel: Die Wein-Branche zu revolutionieren.

Zusammen mit seinen Brüdern Tim und Lukas und dem gemeinsamen Freund Jakob Fischer, einem studierten Weinbau-und Getränketechnologen, gründet er die „Grüne Weinbox“ – einen Onlineversand für Bio-Weine in so genannten Bag-in-Boxen. „Was viele Deutsche abschreckt – sie sehen die Box als Billig-Alternative zu Flaschenweinen – ist in Schweden Gang und Gäbe“, erzählen die Brüder. „Dort werden 65 Prozent der Weine aus dieser Verpackung getrunken, in Deutschland ist es bisher nur ein Prozent.“

Ihren veganen Bio-Wein beziehen die jungen Gründer von drei ökologischen Winzern aus Rheinhessen und von der Nahe. „Unsere Zielgruppe sind Menschen, die auf Genuss nicht verzichten wollen, denen aber nachhaltiges Denken wichtig ist.“

Denn den jungen Unternehmern geht es nicht nur um den Geschmack, sie wollen auch etwas für die Umwelt tun: „Die Bag-in-Boxen produzieren im Vergleich zu Flaschen 82 Prozent weniger CO2, verbrauchen 72 Prozent weniger Primärenergie und 78 Prozent weniger Wasser und zudem ist der Wein nach Anbruch vier Wochen länger haltbar – das Wegschütten von halbvollen Flaschenweinen entfällt also“, erklärt Lucas Blasberg, der im Start-up für den Vertrieb zuständig ist.