Das Hamburger Vorzeige-Start-up Stuffle hat eine Art Ebay für die Smartphone-Generation entwickelt. Das ist Immobilienscout einen Millionenbetrag wert.

Auf prominente Unterstützer konnte die Flohmarkt-App Stuffle von Anfang an zählen. Heiko Hubertz, Gründer der Spielefirma Bigpoint finanzierte Stuffle bei der Gründung 2012, es war das erste Projekt seiner Beteiligungsfirma Digital Pioneers. Der bekannte Internet-Experte Nico Lumma bewarb Stuffle-Angebote eine Zeit lang exzessiv bei Twitter und sogar die SPD investierte über Tivola Ventures, den digitalen Arm ihrer Medienholding, in das Start-up.

Nun hat auch Immobilienscout Geschmack an den Hamburgern gefunden. Das Unternehmen investiert einen mittleren Millionenbetrag in das Start-up und übernimmt damit etwas mehr als 50 Prozent an dem Unternehmen. Hubertz Digital Pioneers, die zuletzt 14 Prozent am Unternehmen hielten, geben ihre Anteile ab, die anderen Investoren bleiben an Bord.

Hoffen auf Synergien

Stuffle ist eine Art Ebay für die Smartphone-Generation: Wer ein Objekt verkaufen will, fotografiert es mit dem Handy, gibt ihm einen Titel, beschreibt es in maximal 140 Zeichen und nennt den gewünschten Preis. Dann wird verhandelt, wie auf dem Flohmarkt. Bislang haben 800.000 Menschen die Stuffle-App heruntergeladen, davon nutzen nach Angaben von Hartmann 200.000 Personen die App regelmäßig. Waren im Gesamtwert von fünf Millionen Euro wurden bislang über Stuffle verkauft.

Seit kurzem gibt es zudem eine Webversion, laut Hartmann ist das aber kein Eingeständnis, dass die Beschränkung auf mobile Geräte die Nutzerzahl zu sehr einschränkt. Denn damit würden auch verschiedene Plattformen gleich mit abgedeckt. „Das war einfacher als noch eine Version für Windos-Phone zu bauen“, sagt Hartmann.

Der neue Geldgeber soll dem Team um Stuffle-Gründer Morten Hartmann nun helfen, mit dem Angebot besser Geld zu verdienen. Die App ist kostenlos und auch Inserate können gratis eingestellt werden. Nur wer seine Angebote prominent angezeigt haben möchte, zahlt zwischen einem und vier Euro. Stuffle erhält zudem eine Kommission, wenn Nutzer über Paypal zahlen und bei DHL-Lieferungen. „Wir nehmen monatlich einen fünfstelligen Betrag ein“, sagt Hartmann. Mit Hilfe von Immobilienscout soll es künftig mehr werden: „Immobilienscout ist einer der Player, die die Monetarisierung am besten hinbekommen“, sagt Hartmann.

„Das Stuffle-Team hat eine App mit wahnsinnig schönem Design entwickelt“, schwärmt Christoph Monnet, Leiter des Bereichs Business Development bei Immobilienscout. Damit schaffe es Stuffle die mobile jüngere Zielgruppe anzusprechen. Immobilienscout-Manager Monnet hofft künftig auf Synergien mit den bestehenden Geschäftsfeldern: „Warum sollte es künftig nicht möglich sein, über Stuffle auch gebrauchte Autos anzubieten oder einen Nachmieter zu suchen?“ Wann und in welcher Form es solche Erweiterungen geben soll, werde noch im Detail besprochen.