Das Berliner Start-up will den nordamerikanischen Markt erobern. Die Gesellschafter drehen für diesen Schritt die Finanzierungsregler voll auf.

Mit klassischer Musik auf einen neuen Markt: Der in Berlin ansässige Musikstreamingdienst Idagio hat sein Geschäft auch auf Nordamerika ausgeweitet. In den USA und Kanada können Nutzer ab sofort den Dienst nutzen, der nach eigenen Angaben über eine Million klassische Musikstücke bereitstellt.

Für den Sprung über den Atlantik greifen die bestehenden Gesellschafter tief in die Tasche: Zehn Millionen Euro stellen die bisherigen Investoren bereit. Dazu gehören unter anderem die Risikokapitalgeber Tengelmann Ventures, b-to-v und Macquarie sowie eine Reihe von privaten Geldgebern.

Konkurrenz um die Zeit der Nutzer

Erst im vergangenen Dezember hatte das 2015 gestartete Start-up eine Finanzierungsrunde in Höhe von acht Millionen Euro abgeschlossen. Die klassische Musik konkurriere mit Netflix, Sportstreamingdiensten und Computerspielen um die Zeit der Internetnutzer, so Idagio-Gründer Till Janczukowicz: „Neben einem gesunden Mix aus Content- und Technologiekompetenz und einem diversifizierten Team sind dazu Geduld, langer Atem und finanzielle Mittel nötig.“

Das Start-up verdient über Abonnements Geld, die in Deutschland knapp zehn Euro pro Monat kosten. Damit liegt das junge Unternehmen in etwa im selben Bereich wie Musikstreaming-Konkurrenten wie Spotify. Auch hier finden sich Aufnahmen von bekannten Orchestern wie den Wiener Symphonikern.

Idagio will sich unter anderem durch spezielle Funktionen abgrenzen, die etwa eine Suche nach bestimmten Werken oder Genres ermöglichen. Mit den über 1000 Rechteinhaber rechnet Idagio pro abgespielter Sekunde ab – das soll bei den häufig längeren Klassik-Stücken für eine fairere Vergütung sorgen.