Das Start-up verknüpft Muskeltraining mit virtueller Realität – und ist auf vielen Märkten unterwegs. Ein neuer Investor sorgt jetzt für die finanzielle Balance.

In Liegeposition zu mehr Fitness – unterwegs in virtuellen Welten: Die Trainingsgeräte des Münchener Start-ups Icaros verbinden die Bewegung in alle Richtungen mit Simulationen, die über Virtuelle-Realitäts-Brillen eingepielt werden. Ihr Kombi-Produkt hat das 2016 gestartete Start-up nach eigenen Angaben bereits in 40 Ländern geliefert – und will gleich in mehreren unterschiedlichen Märkten punkten. Ein neues Investment soll das nun unterstützen: Der österreichische Risikokapitalgeber Segnalita beteiligt sich mit einer mittleren einstelligen Millionensumme an Icaros. Hinter Segnalita steht die Unternehmerfamilie Swarovski.

Zu Beginn hatte Icaros den Fokus insbesondere auf den Fitnessbereich gelegt – und die Geräte vor allem an entsprechende Studios und Trainingszentren geliefert. Mittlerweile erarbeitet sich das junge Unternehmen mit aktuell 20 Mitarbeitern jedoch auch andere Bereiche: Relativ frisch gestartet ist nach Unternehmensangaben eine eigene Plattform, auf der Icaros-Nutzer in den selbst entwickelten Anwendungen gegeneinander antreten können – die Szenarien reichen von Rennstrecken über das All bis zu Unterwasser-Welten.

„Da können die Nutzer international vergleichen, wer der beste und fitteste ist“, sagt Johannes Scholl, der das Unternehmen gemeinsam mit Michael Schmidt gegründet hat, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Noch ist nur eine dreistellige Zahl von Icaros-Piloten registriert. Das soll sich durch ein abgespecktes Modell ändern, welches ab dem nächsten Monat auch direkt an Privatleute ausgeliefert wird.

Wachstum im Gesundheitsmarkt

Als drittes Segment hat sich das Start-up den Gesundheitsbereich ausgeguckt. Erste Studien für Patienten mit Rückenleiden seien bereits erfolgreich abgeschlossen, berichtet Scholl. Auch Menschen, die unter den Folgen von Schlaganfällen leiden, haben die Gründer als Nutzer im Blick. Der neue Investor sieht seine Aufgabe darin, gerade hier das Start-up zu unterstützen: „Wir ermöglichen dem Unternehmen nun weiter im bestehenden Segment zu wachsen und die Produkte dem Medizinsektor zugänglich zu machen“, sagt Segnalita-Geschäftsführer Bernhard Letzner.

Zwei Anschub-Finanzierung, jeweils im sechsstelligen Bereich, hatte das Start-up zuvor eingeworben. Relativ schnell habe man profitabel arbeiten können, berichtet Scholl. Die Finanzierung helfe jedoch jetzt entscheidend, um Produkt und Marke in allen Bereichen bekannter zu machen: „Mit den Mitteln, die uns nun zur Verfügung stehen, tut man sich natürlich leichter zu wachsen.“