Die IBB Beteiligungsgesellschaft hat am Donnerstag ihr Jahresergebnis vorgelegt. Die Zahlen zeigen: Der Start-up-Boom in der Hauptstadt geht weiter.

Die Investitionsbank Berlin, kurz IBB, spricht von einem „Rekordergebnis“: Über ihre Beteiligungsgesellschaft hat sie im vergangenen Jahr 55 Finanzierungsrunden abgeschlossen und 17,3 Millionen Euro investiert, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Vier Millionen Euro davon flossen in zehn neue Beteiligungen. Das Wachstum liege damit höher als im Vorjahr, sagte der Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Marco Zeller bei einem Gespräch. Demnach ist die Zahl der Kapitalspritzen um zehn Prozent, die Summe um 37 Prozent gestiegen.

Die IBB Beteiligungsgesellschaft finanziert Start-ups im frühen Stadium. Dafür hat sie einen zwei Fonds mit einem Volumen von insgesamt 100 Millionen Euro aufgelegt, das Geld soll in den Jahren 2015 bis 2020 investiert werden. Die Investitionen fokussieren sich zum einen auf den Bereich Technologie, zum anderen auf den Bereich Kreativwirtschaft. Zu letzterem zählen laut IBB E-Commerce, digitale Medien oder auch Entertainment.

Wenn die Beteiligungsgesellschaft der Bank in ein junges Unternehmen investiert, sucht sie sich einen Partner, der das Risiko mitträgt. Im Jahr 2015 schossen die externen Wagniskapitalgeber 110 Millionen Euro zu den 17 Millionen Euro der IBB hinzu. Im Vorjahr lag diese Zahl deutlich niedriger: Damals hatten die Wagniskapitalgeber 53 Millionen Euro, die IBB 13 Millionen Euro investiert.

Blase nicht erkennbar

Misst man die Investitionen der IBB an der Summe, die Geldgeber insgesamt in Berliner Start-ups steckten, wirken die Zahlen allerdings eher mau. 2015 erhielten junge Firmen in Berlin laut einer EY-Studie insgesamt 2,1 Milliarden Euro an Venture Capital, 2014 waren es gerade einmal 891 Millionen gewesen, ein Plus von 136 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft steigerte ihre Investitionen – die externen Finanziers außen vorgelassen – hingegen nur um 30 Prozent. Marco Zeller argumentierte, dass die Summe zwar klein wirken möge, aber die IBB auch eher im Anfangsstadium tätig werde. Finanzierungsrunden von fünf bis zehn Millionen Euro würde man unterstützen, aber nicht anführen.

Der Umsatz der Portfoliounternehmen hat laut IBB zugelegt: Die Start-ups kamen 2015 auf Erlöse von 327 Millionen Euro, 2014 hatten sie noch bei 240 Millionen Euro gelegen. Den Grund dafür sieht Zeller darin, dass die Unternehmen langsam wachsen. „Die Geschäftsmodelle fangen an zu greifen“, so der Geschäftsführer.

Die Finanzierungsmöglichkeiten in der Hauptstadt haben nach Einschätzungen der IBB in den vergangenen Jahren zugenommen. Früher habe sie internationale Investoren in New York treffen müssen, heute begegne sie ihnen in Berlin, sagt Cornelia Yzer, Senatorin des Landes Berlin und Aufsichtsratsvorsitzende bei der IBB. Fonds investierten heute nicht einmal in der Hauptstadt, sondern immer wieder.

Eine Blase können die Verantwortlichen der Bank nicht erkennen. Selbst wenn es in Zukunft bergab gehe, würden die Start-ups in Berlin nicht verschwinden, sagt Matthias von Bismarck-Osten, Generalbevollmächtigter der Investitionsbank Berlin. Eine Überbewertung wie 2000 lasse sich nicht erkennen – trotz der Nullzinsen, die verstärkt auch Unternehmen in das Geschäft mit Start-ups treiben.