Frauen hinken beim Thema Gründung weiterhin hinterher. Das zeigt eine IAB-Studie. Ein Grund dafür: fehlende Vorbilder.

Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Bill Gates: Wenn es um Personen geht, die ihr eigenes Unternehmen aufgebaut haben, dann sind es meistens Männer. Das ist ein Problem, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Denn Vorbilder sind ein Grund dafür, warum Frauen bis heute weniger gründen. Der am Dienstag vorgestellten Studie zufolge haben 2014 6,5 Prozent der Männer, aber nur vier Prozent der Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

„Für die Entscheidung zur Selbstständigkeit sind Rollenvorbilder sehr wichtig“, heißt es in der IAB-Studie dazu. Die Autoren stellen jedoch eine „geringere Verbreitung von Vorbildern bei Frauen“ fest. Das könne eine Erklärung dafür sein, dass Gründerinnen seltener aus sogenannten „klassischen“ Motiven wie Selbstverwirklichung oder Unabhängigkeit heraus in die Selbstständigkeit gehen, sondern eher, weil sie keine passende Stelle als Angestellte finden.

Die Vorbilder müssen dabei nicht mal so omnipräsent sein wie Zuckerberg, Bezos und Co. Laut IAB-Studie sind Beispiele aus dem Familien- und Bekanntenkreis wichtig. So geben zwei Drittel aller Frauen, die aus klassischen Motiven heraus gegründet haben, an, dass sie auch Gründer im Bekanntenkreis hatten. Bei Gründungen mangels Alternativen seien es nur 50 Prozent, heißt es in der Untersuchung weiter.

Große Unterschiede zwischen Ost und West

Gravierende Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Ost und West. Während die Gründungsquote in den neuen Bundesländern in den Jahren 2009 bis 2011 über dem westdeutschen Durchschnitt lag, ist es seit 2012 umgekehrt. Während sich die männlichen Gründungsquoten kaum unterscheiden, entwickelt „sich das Ausmaß der Gründungsaktivitäten west- und ostdeutscher Frauen immer weiter auseinander“, schreiben die Studienautoren. In den neuen Bundesländern werden weibliche Gründer demnach sogar seltener.