Wie hat sich die Start-up-Szene in den vergangenen Jahren verändert?
Die Szene hat sich sehr stark belebt – sowohl auf Investorenseite als auch auf Start-up-Seite. Viele Gründungen sind zudem besser als früher.

Bei 2000 Start-up-Anfragen und 30 bis 40 Investments pro Jahr müssen sich aber nicht allzu viele Bewerber Hoffnung machen, oder?
Die Zahlen hören sich erst einmal ziemlich gruselig an, sind aber gar nicht so schlimm: Wenn man eine richtig gute Idee hat und über Netzwerkpartner kommt, ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch.

Was macht eine gute Idee für Sie denn aus?
Drei Dinge sind für uns besonders relevant. Erstens schauen wir uns an, ob die Gründungsidee einen Vorsprung verspricht und auch geschützt ist. Zweitens achten wir auf das Team – da braucht es die richtige Mischung auf technologischer und kaufmännischer Erfahrung. Und drittens analysieren wir, welchen Weg das Team mit seinem Start-up einschlagen möchte: Wann will es mit der Idee Geld verdienen, wie will es wachsen?

Als Frühphaseninvestor steigen Sie oft vor dem Markteintritt ein. Wie weit müssen die Teams bereits sein?
Es stimmt, dass wir früh einsteigen und zum Teil sogar die Firmen mitgründen. Trotzdem verlangen wir ein Labormuster, valide wissenschaftliche Ergebnisse oder eine Software, die schon zu einem gewissen Stadium entwickelt ist. Wir erwarten mehr als ein reines Papierkonzept.

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