Die Aussicht auf attraktive Start-up-Deals lockt den High-Tech Gründerfonds nach Berlin. Der Seedinvestor kündigt einige Vorhaben an.

Auf in die Hauptstadt: Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) hat eine neue Zweigstelle in Berlin eröffnet. Mindestens zehn Top-Deals pro Jahr will der Seedinvestor mit Hilfe der neuen Präsenz erzielen, gibt Standortleiterin Tanja Emmerling als Ziel aus. „2018 will der HTGF gemeinsam mit deutschen und internationalen VCs sowie Business Angeln in die Themen Blockchain, AI, IoT und IT-Security investieren“, lässt sich Emmerling in einer Pressemitteilung zitieren.

Der HTGF ist als Partnerschaft zwischen staatlichen Einrichtungen und Unternehmen aus der Privatwirtschaft angelegt und gehört zu den aktivsten Risikokapitalgebern in Deutschland. Er hat sich dabei auf die Unterstützung in frühen Phasen spezialisiert und interessiert sich insbesondere für Tech-Unternehmen aus den Branchen Software und Internet, Hardware sowie Chemie und Life Sciences. Der Berliner Standort soll nun 32 Fondsinvestoren als zusätzlicher Türöffner dienen: zu mehr Technologien und Innovationen. Neben Mittelständlern und Familienunternehmern gehören auch Dax-Konzerne wie BASF, SAP oder Deutsche Post DHL zur Investorengruppe.

Vor Ort vernetzt

Die Hoffnung: Das Netzwerk des Gründerfonds um neue Berliner Kontakte zu erweitern. „Ziel ist es, unser HTGF-Industrienetzwerk stärker mit dem Berliner Hub zu verknüpfen und damit für Start-ups und Mitinvestoren einen echten Mehrwert zu generieren“, so Standortleiterin Emmerling. Dafür sei geplant, weitere Investmentmanager einzustellen und das Berliner Team bis 2019 auf mindestens sechs Mitarbeiter aufzustocken.

Der Zeitpunkt der Ankündigung überrascht kaum, denn gerade der Mittelstand sucht derzeit verstärkt die Nähe zu Start-ups. Im Herbst ist ein dritter Fonds in die Investitionsphase gestartet – dank immer neuer Geldgeber mit einer Rekordsumme von 310 Millionen Euro ausgestattet. Insgesamt hat der HTGF nach eigenen Angaben ein Volumen von 886 Millionen Euro und wirbt damit, seit 2005 fast 500 Startups zu Unternehmen geformt zu haben. Zu den Investoren auf staatlicher Seite zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und die Förderbank KfW.