Die dritte Auflage des Fonds startet mit individuelleren Bedingungen für Start-ups.  Die Unterstützung aus der Wirtschaft ist groß – das Zielvolumen steigt noch einmal.

Noch einmal zehn Millionen Euro mehr als im Frühsommer angekündigt: Der High-Tech-Gründerfonds (HTGF), als Partnerschaft zwischen staatlichen Einrichtungen und Unternehmen aus der Privatwirtschaft angelegt, peilt jetzt für seine dritte Auflage ein Zielvolumen von 310 Millionen Euro an.

Grund dafür sei die Zusage von weiteren Investoren aus der Wirtschaft. „Durch die 28 großen und mittelständischen Unternehmen, die in den Fonds investiert haben, bieten wir allen unseren Portfoliounternehmen einen einmaligen Zugang zur deutschen Wirtschaft“, sagt HTGF-Geschäftsführer Michael Brandkamp. Zu den privaten Investoren gehören Konzerne und Mittelständler aus den unterschiedlichsten Branchen – vom Chemiekonzern BASF bis zum Werkzeughersteller Stihl, von Deutschen Post bis zum Elektronikspezialisten Phoenix Contact. Diese Unternehmen steuern über 30 Prozent des gesamten Fondsvolumens bei. Hauptinvestor ist der Bund, der bis zu 170 Millionen Euro zugesagt hat, gefolgt von der Förderbank KfW mit maximal 40 Millionen Euro Invest.

Mehr Geld für Start-ups

250 Millionen Euro des angestrebten Fondsvolumens sind bereits eingesammelt – mit diesem Kapital hat der HTGF nach eigenen Angaben bereits in dieser Woche die ersten Investmententscheidungen aus dem neuen Topf getroffen. Mit individuelleren Konditionen und mehr Volumen könne man nun gezielter auf die Anforderungen von Start-ups eingehen, ergänzt Brandkamp.

Die möglichen Zusagen wurden in den letzten Monaten noch einmal aufgestockt: Statt 600.000 Euro kann der HTGF nun bis zu einer Million Euro allen oder gemeinsam mit anderen Investoren in einer ersten Finanzierungsrunde bereitstellen. Insgesamt können pro Start-up bis zu drei Millionen Euro investiert werden. Der bislang verpflichtende Eigenanteil der Gründer von bis zu zehn Prozent der Finanzierungssumme ist nun „gewünscht, aber optional“, wie es in einer Mitteilung des HTGF heißt.

Die durch den HTGF unterstützten Firmen dürfen maximal drei Jahre alt sein und noch nicht mehr als eine halbe Million Euro von anderen Geldgebern eingesammelt haben. Im Fokus bleiben ganz klar deutsche Start-ups. In Ausnahmefällen kann das Geld auch an junge Firmen mit Sitz im europäischen Ausland fließen, zuletzt beispielsweise an ein britisches High-Tech-Start-up für Raumfahrttechnik, unter dessen Zulieferern laut HTGF zahlreiche deusche Unternehmen sind.