Der High-Tech-Gründerfonds hat Geldgeber aus dem Mittelstand gewonnen, die neu in der Fonds-Welt sind. Jetzt starten die ersten Investitionen.

Kabellos laden: Nicht nur ein Traum von Autobauern und Handybesitzern, sondern auch von Industriebetrieben. „Die hochpreisigen Robotiksysteme unserer Kundenrechnen sich nur, wenn diese möglichst rund um die Uhr in Betrieb sind“, sagt Florian Reiners, Mitgründer des Freiburger Start-ups Blue Inductive. Mit drei Kollegen eines Fraunhofer-Instituts ist er deswegen dabei, für genau diese Maschine eine Ladung über Induktion zu ermöglichen.

An diese Lösung glaube auch Geldgeber. Blue Inductive konnte jetzt eine Anschubfinanzierung in nicht veröffentlichter Höhe abschließen. Das Kapital stammt von einem Business Angel, dem VC Fonds Baden-Württemberg, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft sowie dem High-Tech Gründerfonds (HTGF). „Wir sehen großes Potenzial, dass sich Blue Inductive nicht nur an dem schnellwachsenden Markt der industriellen Robotik beteiligt, sondern auch neue Einsatzbereiche beim Endkunden durch stärkere Automatisierung und effizientere Roboterflotten ermöglicht“, sagt Lucille Bonnet, Senior Investment Manager beim HTGF.

Mittelstand steigt bei Fonds ein

Mit dabei ist außerdem noch Phoenix Contact Innovation Ventures, eine Beteiligungsgesellschaft des gleichnamigen westfälischen Elektrotechnik-Herstellers. „Insbesondere im industriellen Bereich hat es bisher viele technologische Barrieren gegeben, die eine schnelle Marktakzeptanz verhindert haben“, sagt Marcus Böker, Geschäftsführer der Phoenix Contact Innovation Ventures. Die Gesellschaft hat eigenständig bereits in vier weitere Start-ups aus Deutschland, den USA und den Niederlanden investiert – alle unterstützten Firmen arbeiten an Lösungen rund um die Industrie 4.0.

Jetzt ist der Investment-Arm des global tätigen Mittelständlers erstmals auch in zwei Fonds mit eingestiegen. Dazu zählt eben zum einen der HTGF, der vor wenigen Wochen die Schließung seines jüngsten Fonds mit einem Zielvolumen von bis zu 300 Millionen Euro angekündigt hatte. Insgesamt 26 Unternehmen und Institutionen aus Deutschland haben dafür Geld bereitgestellt. Bekannt waren bislang neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die KfW Bankengruppe sowie Unternehmen wie BASF, Bosch, DHL, Drillisch, Haniel und Körber.

Zusätzlich hat sich Phoenix Contact dem regional ausgerichteten Technologiefonds OWL (Ostwestfalen-Lippe) angeschlossen, der mit insgesamt 13 Millionen Euro junge Firmen vor Ort fördern will. Das Ziel, so heißt es bei dem Mittelständler: Start-ups „made in Germany“ sollten gefördert werden.