Das Leipziger Start-up Merolt will kleinen und mittelständischen Unternehmen die Dienstreisen erleichtern – und bald auch Flüge und Mietwagen vermitteln.

Rund 51 Milliarden Euro geben deutsche Unternehmen pro Jahr für Geschäftsreisen aus. Als der Leipziger Jörg Frohberg (rechts im Bild) noch bei einer Unternehmensberatung arbeitete, profitierte er auf Dienstreisen von günstigen Tarifen. Aber was war mit Firmen, die zu klein für solche Großaufträge sind? Heute nutzen mehr als 1000 Unternehmen Frohbergs Plattform Merolt, um ihre Geschäftsreisen darüber abzuwickeln. Kunden sind vor allem jene mit weniger als 300 Mitarbeitern, sie können aus 500 000 Hotels weltweit wählen. Frohberg kauft bei Großhändlern Bettenkontingente und bietet daher ausschließlich Businesstarife an. „In großen Städten sparen unsere Kunden so bis zu 20 Prozent“, sagt der 33-Jährige.

Weiterer Vorteil für die Kunden sei, dass sie „die ganze Zeit auf dem Portal bleiben und alle Rechnungen aus einer Hand erhalten“. Der erste Mitarbeiter, der bei Merolt ein Profil erstellt, kann alle Kollegen auf die Plattform einladen. So merkt sich das System die gesamte Buchungshistorie eines Unternehmens.

Der vergangene November war mit einem Umsatz von 100 000 Euro der bisher erfolgreichste Monat für das Leipziger Start-up. Bei jeder Buchung schlägt es ungefähr zehn Prozent der Kosten drauf. „Profitabel sind wir aber noch nicht“, sagt Frohberg, „wegen der hohen Entwicklungskosten.“ Die Hälfte seiner Mitarbeiter sind Softwareingenieure. In diesem Jahr will er neben Hotelbetten auch Flüge, Mietwagen und Bahnreisen vermitteln.

Dieser Schritt wird für die Entwickler noch aufwendiger, weil die eingehenden Rechnungen mit den verschiedenen IT-Systemen der Firmenkunden verbunden werden müssen. Anfang Januar hat der Gründer das Management seines Start-ups daher verstärkt: Ebay-Manager Tom Hinzdorf ist seitdem CEO.

Steckbrief

Merolt
Gründer Christian Dominka (links im Bild), Alexandra Hucke und Jörg Frohberg
Gründung 2015
Mitarbeiter 10
Finanzierung 1,3 Millionen Euro: 350 000 Euro Startkapital, 950 000 Euro im Herbst 2016, u.a. von Trivago-Gründer Stephan Stubner