In mehreren Finanzierungsrunden hat das Online-Reiseportal HomeToGo einen achtstelligen Millionenbetrag eingesammelt. Aktuell mischen viele Start-ups die Reisebranche auf.

Das Reiseportal HomeToGo hat sich eine Series-C-Finanzierung gesichert. Insgesamt habe das Start-up damit bereits einen hohen achtstelligen Betrag von Investoren erhalten. Zur genauen Summe in dieser Finanzierungsrunde macht die Firma auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben. Der Risikokapitalgeber Global Founders Capital steigt neu ein, dahinter steckt die Start-up-Schmiede Rocket Internet. Zu den beteiligten Altinvestoren gehören Insight Venture Partners, Acton Capital Partners und DN Capital.

In einer Finanzierungsrunde 2016 hat HomeToGo 20 Millionen US-Dollar eingeworben. Mit den neuen Mitteln will das Start-up mit Sitz in Berlin in neue Märkte weltweit expandieren und die Produktentwicklung vorantreiben. Unter anderem sei geplant, das Online-Portal mit neuen Suchfunktionen auszustatten. Die Webseite arbeitet als sogenannte Metasuchmaschine für Ferienunterkünfte: Wenn Nutzer eine Anfrage starten, durchsucht HomeToGo Partnerseiten wie Booking.com, FeWo-direkt oder TripAdvisor. Künftig soll die Seite dazu in der Lage sein, nicht nur eine potenzielle Ferienwohnung anzuzeigen, sondern beispielsweise auch den optimalen Reisetermin innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums.

Tief in die Tasche greifen

„Ferienhäuser und -wohnungen sind ein herausfordernder, stark fragmentierter Markt im Reisesektor“, wird Patrick Andrä, Geschäftsführer von HomeToGo, in einer Pressemitteilung zitiert. „Der starke Wettbewerb auf allen Marketing-Kanälen ist sehr kostenintensiv. HomeToGo gehört bereits jetzt zu den Unternehmen, die im Reisebereich die größten Summen in TV-Werbung investieren.” Laut Harley Miller, Vice President des US-Leadinvestors Insight Venture Partners, fließen in dem Markt jährlich Milliarden ins Marketing. „Um Ferienwohnungen im hart umkämpften Reisesektor ins Gespräch zu bringen, muss man tief in die Tasche greifen können und das beste Produkt haben, um erfolgreich zu sein.”

Viele sogenannte Traveltech-Unternehmen versuchen derzeit, Reisebüros mittels Online-Angeboten den Rang abzulaufen. Unter dem Dach des Bundesverbands Deutsche Startups haben sich vor einigen Wochen 15 deutsche Start-ups aus dem Reisebereich zusammengeschlossen, um sich gegen die traditionellen Unternehmen ihrer Branche behaupten zu können.

HomeToGo bezeichnet sich selbst als größte Metasuchmaschine für Ferienunterkünfte. Nach eigenen Angaben nutzen pro Monat 20 Millionen Menschen die Plattform. Lokale Webseiten existieren für Europa, Nordamerika, Australien und Russland. Das Berliner Start-up wurde 2014 gegründet und beschäftigt inzwischen mehr als 150 Mitarbeiter.

Gründer aus der Traveltech-Szene

Hinter der Firma stehen drei Gründer mit Erfahrung in der Reisebranche und im Online-Handel: Geschäftsführer Patrick Andrä hat als Führungskraft für den Möbel-Versandhändler Home24 gearbeitet. Nils Regge hat zuvor das Ferienhausportal Casamundo und Wolfgang Heigl die Flug-Metasuche Swoodoo gegründet, die inzwischen zur US-amerikanischen KAYAK-Gruppe gehört.

Die Investoren ihres Gemeinschaftsprojekts haben allesamt einen Fokus auf vielversprechende Online-Unternehmen. Insight Venture Partners etwa versorgt am liebsten schnell wachsende Technik- und Software-Firmen mit Kapital, Acton Capital Partners ist auf Wachstumsinvestitionen spezialisiert und hat insbesondere die Bereiche E-Commerce, Online Services und Digital Media im Auge. DN Capital bevorzugt Frühphaseninvestitionen in Fintechs, digitale Medien und Online-Marktplätze und Neuinvestor Global Founders Capital steckt für die Start-up-Schmiede Rocket Internet Geld in Online-Unternehmen weltweit und hat unter anderem in das Reise-Vergleichsportal Trivago investiert.