Das Start-up vermittelt möblierte Apartments. Ein US-Investor führt jetzt eine große Finanzierungsrunde an. Das könnte die weltweite Expansion beschleunigen.

Ein Stadtplan, versehen mit Apartments, die nach Größe, Preis oder Verfügbarkeit sortiert sind: Die Suchmaske des Kölner Start-ups Homelike erinnert Nutzer an Airbnb. Doch angesprochen werden hier vor allem Unternehmen. Homelike vermittelt möblierte Appartments, in denen Mitarbeiter anstelle von Hotels auf Dienstreisen unterkommen können, die länger als einen Monat dauern.

45.000 Wohnungen in 100 europäischen Städten sind seit der Gründung vor drei Jahren bereits ins Angebot aufgenommen worden – das Expansionstempo dürfte sich jetzt noch einmal erhöhen. Homelike hat nun den Abschluss einer Finanzierungsrunde über 12 Millionen Euro bekanntgegeben.

Der neue Investor Spark Capital bringt dabei einige Erfolgsgeschichten mit: Die Amerikaner gehörten unter anderem zu frühen Geldgebern bei Twitter, dem Nachrichtendienst Slack oder der VR-Brille Oculus. Auch bei ihrer neuen Kölner Beteiligung sieht der Risikokapitalgeber Potenzial für eine globale Erfolgsgeschichte: „Homelike zielt auf eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Immobilienmarkt mit einem weltweiten Marktvolumen von 160 Milliarden US-Dollar ab, das nach wie vor hauptsächlich durch umständliche Prozesse offline bedient wird“, sagt Alex Finkelstein, Partner bei Spark Capital.

Noch Lücken auf der Landkarte

Noch beschränkt sich Homelike jedoch auf den europäischen Markt. Neben Deutschland sind Wohnungen in Österreich und der Schweiz in der Datenbank, Anfang des Monats ist das Start-up zudem mit einem eigenen Büro in Großbritannien gestartet. Viele populäre Städte weltweit wie etwa Amsterdam, Barcelona oder New York sind hingegen noch nicht auf der Plattform zu finden.

In vielen dieser Geschäftsreisezielen weltweit gibt es bereits zahlreiche lokale Anbieter, die Langzeitmieten in möblierten Wohnungen anbieten. Homelike will sich jedoch dadurch unterscheiden, dass man diese Anbieter auf einer Plattform anbietet – und so Unternehmen die Buchung und Reisekostenabrechnung erleichtern kann. „Im Vergleich zu den von der Hotellerie genutzten Online-Lösungen und Produktfunktionen ist der Markt für möblierte Wohnungen 10-15 Jahre zurück”, sagt Homelike-Mitgründer Dustin Figge.

Gute Geschäfte mit der Geschäftsreise

Nach eigenen Angaben sind bereits 15.000 Unternehmen auf der Plattform registriert, darunter viele aus reiseintensiven Branchen wie etwa Beratungsgesellschaften. Homelike selbst profitiert von einer Gebühr, die den Vermietern für eine erfolgreiche Vermittlung in Rechnung gestellt wird. Seit der Gründung ist das Start-up auf mittlerweile 85 Mitarbeiter gewachsen, weitere Verstärkung wird aktuell dringend gesucht. Auch bei der aktuellen Finanzierungsrunde zogen bestehende Investoren wie Cherry Ventures, Lürssen und Coparion mit. Die hatten zuletzt vor knapp einem Jahr vier Millionen Euro in Homelike gesteckt.

Auf dem lukrativen Geschäftsreisemarkt konnten zuletzt einige Start-ups mit Finanzierungsmeldungen auf sich aufmerksam machen. Lanes & Planes richtet sich mit seiner Plattform an mittelständische Unternehmen – Voya ist mit einem sehr ähnlichen Angebot unterwegs. Comtravo, die im vergangenen Jahr 8,5 Millionen Euro einsammelten, setzen auf künstliche Intelligenz, um einige Schritte in der Reisebuchung zu automatisieren.