Ehemalige Simfy-Macher setzen inzwischen auf Immobilien: Mit Homeday empfehlen sie Makler. Nun beteiligen sich Paua Ventures und Project A.

Mit Simfy hatte Steffen Wicker den Boom des Musikstreamings früh erkannt. Gegen Spotify kam er jedoch nicht an und so war klar, was der Gründer beim nächsten Mal nicht wollte: “Wir wollten nicht wieder in einen Markt, wo Monopolisten die Konditionen diktieren”. Gemeint sind die Musiklabels, bei deren Forderungen Simfy nicht mithalten konnte. So suchten Wicker und zwei ehemalige Simfy-Mitstreiter eine andere Branche, die ineffzient und wenig digitalisiert war und kamen auf Immobilienmakler. “Der Markt ist zudem sehr fragmentiert und lokal geprägt”, sagt Wicker. Das und die Aufhebung des Bestellerprinzips lockte gleich eine ganze Reihe von Start-ups.

Schon 2014 startete Wicker Homeday, ursprünglich mit der Idee, Makler mit einer digitalen Alternative zu ersetzen. Doch das funktionierte nur mäßig: 3D-Touren durch Wohnungen um Besichtigungen vorzufiltern klingt toll, wurde aber weniger genutzt als gedacht. “Auch die Maklergebühr war weniger wichtig als gedacht”, sagt Wicker. Denn viele denken bei geringerer Provision sei auch die Leistung schlechter.

So wandelten die Kölner ihr Modell: Statt selbst Wohnungen zu verkaufen, bewertet das Team nun Makler, die bereits auf dem Markt sind. Viele Wohnungen werden von Privatpersonen und nicht von Immobilienkonzernen verkauft. „Für die privaten Eigentümer ist es aber schwer herauszufinden: Welcher Makler passt zu mir?“ Homeday schaut sich dafür mehr als 15 verschiedene Kriterien an und fragt beispielsweise: Wie schnell sind die Wohnungen vermittelt? Welche Expertise hat ein Makler für eine bestimmte Objekte? Dann bekommt der Eigentümer eine Empfehlung – und Homeday einen Teil der Maklerprovision. Der Fokus liegt dabei klar auf dem Verkauf, bei Kunden die selbst eine Wohnung erwerben möchten, hilft Homeday derzeit nicht.

Statt die Makler zu ersetzen, helfen sie diesen nun bei der Kundenvermittlung. “70 bis 80 Prozent ihrer Zeit verbringen Makler mit Kundenakquise”, sagt Wicker. Die Unterstützung von Homeday sei daher willkommen. Mit mehr als 1500 Maklern arbeitet das Start-up zusammen, eine dreistellige Anzahl Wohnungen wurde im Vorjahr vermittelt.

Um das Geschäft auszubauen hat Homeday nun seine Series-A-Finanzierung abgeschlossen: Paua Ventures und Project A investieren einen einstelligen Millionenbetrag. Zuvor hatten Business Angels, wie die Trivago-Gründer und Gerald Schönbucher von Hitmeister den Start finanziert. Das neue Kapital soll in Marketingkampagnen, den Personalaufbau sowie die Weiterentwicklung des Produkts investiert werden.