Home24 ist nur noch mit 420 Millionen Euro bewertet worden. Das ist mehr als eine halbe Milliarde Euro weniger als Ende März. Und Rocket Internet hat eine neue Baustelle.

Das Internet-Möbelhaus Home24 hat innerhalb von fünf Monaten mehr als eine halbe Milliarde Euro an Wert verloren. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde wurde das Berliner Unternehmen nur noch mit 420 Millionen Euro bewertet, wie die Start-up-Schmiede Rocket Internet als größter Aktionär mitteilte. Ende März waren es noch 981 Millionen Euro. Rocket hält nun noch 42,9 (vorher 44,6) Prozent der Anteile.

Home24 sammelte bei den Investoren – darunter neben Rocket auch die schwedische Kinnevik und der britische Fonds Baillie Gifford – insgesamt 20 Millionen Euro frisches Kapital ein. Damit fällt Home24 auch aus dem Kreis der Einhörner. Dahinter verbergen sich Firmen, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet sind. Bislang fanden sich dort sechs deutsche Start-ups, darunter auch Hello Fresh, Delivero Hero und CureVac.

„Das wird nicht zu weiteren Abschreibungen auf den Buchwert führen“, betonte eine Rocket-Sprecherin. Die börsennotierte Internet-Holding hatte in der vergangenen Woche bereits mehr als 600 Millionen Euro auf ihre Beteiligungen abgeschrieben, aber nur zum Teil offenbart, welche Start-ups davon betroffen waren. Rocket Internet bewertet sein Portfolio stets nach dem Ergebnis der jüngsten Finanzierungsrunde, Kinnevik hatte Home24 dagegen bereits im Frühjahr nur noch mit 311 Millionen Euro angesetzt.

Home24-Gründer Philipp Kreibohm will das frische Geld vor allem in die IT und die Logistik stecken. “Nach dem starken Wachstum und dem Ausbau der Infrastruktur geht es jetzt vor allem um die nachhaltige Ausrichtung der Prozesse und Systeme, um den Weg zur Profitabilität zu ebnen”, erklärte er.

Erst dann will Home24 wieder an einen Börsengang denken, mit dem Rocket seine Investitionen zu Geld machen könnte. Das Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern hatte den Umsatz 2015 um 46 Prozent auf 234 Millionen Euro ausgebaut. Seit Jahresbeginn wurden die Marketingausgaben aber gedrosselt, was die Verluste drosselte, aber auch das Wachstum dämpfte.

Noch im vergangenen Jahr hatte Home24 seinen Berliner Konkurrenten Fashion for home übernommen, um damit seine Designer-Sparte auszubauen. Beide Marken sollten zunächst erhalten bleiben – ein klassischer Stock-Swap-Deal, also ein Aktientauschgeschäft. Schon früher hatte Rocket Internet mit 26 Prozent eine Beteiligung an dem Start-up.