In der „Höhle der Löwen“ wollte kein Investor bei Spottster einsteigen. Mitgründerin Freya Oehle hat uns erzählt, wie es nach der Sendung weiterging.

Als Freya Oehle am Dienstagabend vor dem Fernseher saß, war es nicht so sehr die Ausstrahlung der Start-up-Sendung „Die Höhle der Löwen“ selbst, die ihr Sorgen bereitete. Denn sie wusste ja, dass sie mit ihrem digitalen Einkaufszettel Spottster kein Investment von den „Löwen“ erhalten würde (Was die Geldgeber genau zu bemängeln hatten, ist hier nachzulesen). Viel mehr Kopfzerbrechen bereiteten der Gründerin ihre Server. Nach den Erfahrungen anderer Start-ups, deren Webseiten während der Sendung nicht erreichbar waren, weil zu viele Zuschauer die Seite besuchen wollten, holten die 25-Jährige und ihr Mitgründer Tobias Kempkensteffen sämtliche Reserven heraus, um den Andrang bewältigen zu können.

Die Nothilfe der jungen Gründer half: Die Webseite von Spottster hielt dem Ansturm stand. Die Nutzerzahlen stiegen um 60 Prozent, mehr als 200 „positive und motivierende Mails“ gingen bei Oehle und Kempkensteffen ein. Und das trotz des brutalen Feedbacks von Frank Thelen, der den beiden Gründern vorwarf, ihre Konkurrenz nicht im Blick zu haben. Im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer erzählt Freya Oehle, warum sie gar keine Zeit für Enttäuschung hatte, wie sich die „Höhle der Löwen“ von richtigen Finanzierungsrunden unterscheidet und wie Spottster trotz der Skepsis der Vox-Geldgeber noch einen Investor fand.

Frau Oehle, die „Löwen“ haben Ihnen das Investment in der gestrigen Sendung verweigert. Was haben Sie in dem Moment gedacht, als die Investoren „Nein“ sagten?
Ehrlich gesagt gar nicht viel. Die Situation bei der „Höhle der Löwen“ ist ja völlig absurd. Du bist die ganze Zeit mit Kamerateams unterwegs, musst hier noch mal was einsprechen und da noch mal was sagen. Die Investoren siehst du in dieser Zeit nicht, weder vor der Sendung noch nachher. Und dann hast du fünf Minuten Zeit, den Löwen dein Produkt zu erklären und bekommst ein „Nein“. Ich war viel beschäftigter damit, eine Reaktion in der Mimik zu zeigen, als wirklich enttäuscht zu sein. (lacht)

„Nach der Sendung hat sich ein Investor gemeldet“

Dass Sie das Investment nicht bekommen haben, war Ihnen also in dem Moment egal?
Egal nicht. Aber für uns ist auch keine Welt zusammengebrochen.

Wie ist es für Spottster nach der Sendung weitergegangen?
Nach der Teilnahme haben sich konkret interessierte Investoren gemeldet, mit denen wir nun kurz vor Abschluss der Verhandlungen stehen.

Wer sind die Investoren?
Dazu dürfen wir leider nichts sagen.