Die Höhle der Löwen hat das Leben von Steffi Tomljanovic komplett verändert: Sie hat mit Malzit schon jetzt das Zehnfache ihres Jahresumsatzes gemacht.

Sie kocht ihr Malzit noch immer in ihrer Manufaktur in Bräunrode in Sachsen-Anhalt, aber nicht nur dort. Nach dem Investment von Ralf Dümmel in der Höhle der Löwen gibt es mittlerweile noch eine weitere Manufaktur, die deutlich größere Mengen produziert. Verkaufte sie früher 20.000 Gläser ihres Brotaufstriches im Jahr, hat sich der Jahresumsatz mittlerweile verzehnfacht – zu viel für die Küche, die nur 25 Quadratmeter groß ist. „Ich würde keinen Unterschied zwischen denen schmecken, die ich herstelle und denen, die in größeren Mengen produziert werden.“

Seit 2004 stellt die Sächsin den Brotaufstrich auf Malzbasis her, mittlerweile gibt es sechs Sorten. Die Besonderheit: Der Getreideanteil in Form von ausgewaschenem Malz. Für die Herstellung wird der Ansatz der Bierproduktion verwendet, jedoch ohne Hopfen und ungefiltert. Auf die Produktion gibt es ein Verfahrenspatent. In der Höhle der Löwen forderte sie dafür 40.000 Euro, war bereit 30 Prozent am Unternehmen abzugeben.

Auf Wochen- und Bauernmärkte fährt sie aber immer noch immer: „Warum sollte ich das jetzt nicht mehr tun, nur weil ich jetzt bekannter bin?“, gibt Steffi Tomljanovic zu bedenken. Sie müsse zwar jetzt manchmal Autogramme geben und Selfies machen, „aber ansonsten hat sich für mich doch kaum etwas geändert.“ Sie habe nur noch weniger Freizeit seit ihren Malzaufstrich auch bei Karstadt, Selgros, Edeka und Rewe Nord und Ost zu kaufen ist.

Auf dem Boden bleiben will sie trotzdem: „Ich habe das doch nicht nötig und bin doch auch kein anderer Mensch geworden“, sagt sie. Manchmal kämen Menschen auf dem Wochenmarkt auf sie zu und meinten: „Du brauchst doch nicht mehr arbeiten, und hast jetzt ausgesorgt.“ Das sieht sie anders: „Außer vielleicht eine Erbschaft bekommt man nichts geschenkt und ich werde mich jetzt nicht in die Ecke setzen und nichts mehr machen.“ Einige Wünsche für die Zukunft hat sie trotzdem: Weil sie gemeinsam mit ihrem Mann in der Vergangenheit so viel Zeit in Malzit gesteckt hat, haben sie das Haus ein bisschen vernachlässigt. „Da haben wir ein bisschen Nachholbedarf.“ Ansonsten wünscht sie sich vor allem mehr Zeit mit der Familie.