Wirtschaftsingenieur Schwill und VWLer Sämisch hatten die Idee Erzeuger regenerativer Energien, wie zum Beispiel Biogasanlagenbetreiber und Windkrafterzeuger, mit Nutzern über ein virtuelles Kraftwerk zusammenzubringen. Damit konnten sie ein klares Konzept und feste Anwendungsbereiche vorweisen – und bekamen den Zuschlag für das Stipendium.

Steigendes Interesse an Gründungen

Auch die oft schwierigen Fragen um Rechte oder Patente blieben bei der Gründung von Next Kraftwerke aus, da es von Seiten des Energiewirtschaftlichen Instituts kein Patent auf die Lösung gab. „Schließlich ging es dabei um eine Idee und nicht um eine technische Erfindung.”

Schwill glaubt, dass sich an den Universitäten und Hochschulen in den letzten Jahren viel bewegt hat. Inzwischen hätten viele Hochschulen und Institute sogar eigene Servicestellen für Gründungswillige eingerichtet, und generell seien mehr junge Menschen am Thema interessiert als früher: „Als ich studiert habe, wollten alle bei einem der großen Unternehmen arbeiten“, sagt er. „Heute hingegen sehen viele, dass auch eine Gründung ihren Wert hat und man Anerkennung bekommt, wenn man seine eigenen Ideen umsetzt.“

Eine Belastung, die sich lohnt

So geht es auch Alexander Müller und Roland Oberhoffer. Sie sind mit der ihrer Entscheidung für das eigene Unternehmen nach wie vor sehr zufrieden – auch, wenn die erste Zeit hart war: „Wir waren weiterhin an der Hochschule angestellt, nach Feierabend und am Wochenende haben wir uns um das Unternehmen gekümmert“, sagt Müller.

Ein Einsatz, der sich gelohnt hat: Heute arbeiten zehn Mitarbeiter im Unternehmen, die Zahl soll sich im kommenden Jahr verdoppeln. „Wir wachsen weiter und können uns von Tag zu Tag weniger vorstellen, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten.“