Auch Alexander Müller und Roland Oberhoffer mussten sich in einem ersten Schritt mit diesem Thema auseinandersetzen und zunächst einmal die Schutzrechte sichern, die auf den Forschungsergebnissen der Doktorarbeit basierten. Ansonsten wäre das Projekt Selbstständigkeit schon gescheitert, bevor es überhaupt begonnen hatte. „Wir hatten bereits Investoren an der Hand“, sagt Müller, „doch es gab ein Problem“. Denn die Investoren wollten erst zahlen, sobald die Gründer die Rechte hatten – und die Rechte konnten sie nicht ohne das Geld der Investoren erwerben. „Ich weiß nicht, ob es an anderen Hochschulen geregeltere Abläufe gibt“, sagt Müller, „aber wir waren damals die erste Ausgründung an aus der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität und es war nicht klar, wie man mit unserem Plan umgehen sollte.“

Problematische Finanzierungssituation

Schließlich gewährte die Hochschule den Gründern eine exklusive Kaufoption und Müller und Oberhoffer gründeten gemeinsam mit ihrem Doktorvater Professor Reinhard Strey die Sumteq GmbH.

Markus Schranner vom Verein Startup German sieht neben dem Thema Schutzrechte noch einen weiteren Grund für die niedrige Gründungsbereitschaft unter Wissenschaftlern: Die Finanzierung. „Stipendien sind für wissenschaftliche Start-ups fast unmöglich zu nutzen, da sie sehr genau vorschreiben, was man mit dem Geld machen kann. Ein Start-up muss aber flexibel sein.“

Diesen Eindruck bestätigt auch Müller von Sumteq: „Wir haben uns zweimal für das Exist-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) für Existenzgründungen aus der Wissenschaft beworben und sind beide Male abgelehnt worden, obwohl wir nachgebessert hatten. Man bemängelte, dass wir noch zu wissenschaftlich und universitär aufgestellt seien.“

Förderung durch das Exist-Stipendium

Zum Zeitpunkt der Gründung hätten sie allerdings Anwendungsmöglichkeiten für den Polymerschaum noch nicht näher benennen können, so Müller. „Wir wollten uns beispielsweise nicht auf die Dämmung von Fenstern festlegen, falls sich am Ende herausstellen sollte, dass der Schaum für die Kühlung viel besser geeignet ist.“

Bessere Erfahrung mit dieser Art der Förderung hat Jochen Schwill gemacht. Sein Unternehmen Next Kraftwerke, das inzwischen seit fast zehn Jahren europaweit am Markt ist und 140 Mitarbeiter hat, ist ebenfalls aus einer Ausgründung an einer Hochschule entstanden. Die Gründer erhielten damals ein Exist-Förderstipendium. „Das war eine große Hilfe“, sagt Schwill. Sein Mitgründer Hendrik Sämisch und er bekamen für ein Jahr lang pro Person und Monat 2000 Euro sowie eine feste Summe für erste Anschaffungen. „Das war damals genau richtig für uns.“