Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Hicky.io, Patrick Schwetlick und Julian Fuchs, überzeugen. Ihre Dating-App läuft über die Blockchain. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Bei vielen traditionellen Dating-Apps gibt es jede Menge Fake-Accounts und Bots, die sich als Personen ausgeben, die sie nicht sind. Bei anderen muss man einen hohen monatlichen Mitgliedsbeitrag bezahlen, damit es seriös zugeht. Unsere App dagegen nutzt die Blockchain, um die Partnersuche seriös und sicher zu machen. Der Nutzer kann sich mit Hicky darauf verlassen, dass genau die Person auf der anderen Seite am Handy sitzt, für die sie sich ausgibt. Bei der Anmeldung prüfen wir den Personalausweis und scannen das Gesicht. Diese Daten schreiben wir unwiderruflich in die Blockchain.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben jahrelang in der Dating-Industrie gearbeitet und waren immer wieder mit deren Problemen konfrontiert. Als wir in einem Café in Barcelona saßen, kam uns der Gedanke, dass sich diese Probleme per Blockchain lösen lassen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Auch dazu nutzen wir die Blockchain: Wir haben bereits mehr als 25 Millionen digitale Gutscheine ausgegeben, die wir Hicky-Token nennen. Ein solcher Token ist etwa vier Cent wert. Damit lassen sich bei uns kleine Beträge bezahlen, etwa um sich anzumelden oder miteinander zu chatten. Wir verdienen also von dem Moment an Geld, in dem die Menschen unsere App nutzen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …
Wir sind extrovertierte Nerds, pflegen also auch soziale Kontakte.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Internationaler geht es kaum: Wir haben Mitarbeiter etwa aus Indonesien, Singapur, den USA und Polen. Meist arbeiten die direkt aus ihren Heimatländern. Zudem gibt es bei uns eine gute Mischung von Männern und Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Da hatten wir bisher noch keinen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Bis dahin wollen wir das erste Hochzeitsfoto von zwei Personen erhalten, die sich über unsere App kennengelernt haben.

Fakten zum Start-up

Nutzer: 2017 gestartet, etwa 500 Kunden
Mitarbeiter: 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: „Sicherheit hat hier einen sehr großen Stellenwert. Das kommt jetzt, da etablierte Anbieter für Datenskandale sorgen, zum richtigen Zeitpunkt.“

Kristin Müller, Investment-Managerin beim Bonner Wagniskapital-Investor High-Tech Gründerfonds