Das Berliner Start-up Helpling aus der Start-up-Fabrik Rocket Internet sammelt 13,5 Millionen Euro ein, um zu expandieren – und womöglich legen Investoren und Rocket selbst bald kräftig nach, um Helpling im “Krieg der Putzfrauenvermittler” nach vorne zu bringen.

Als „emerging Star“ – aufsteigenden Stern – pries Rocket Internet beim Börsengang sein Putzkräfte-Vermittlungs-Portal Helpling. Oliver Samwers Start-up-Fabrik hatte es im Frühjahr binnen 80 Tagen aus dem Boden gestampft. Inzwischen beschäftigt Helpling nach eigenen Angaben 200 Mitarbeiter, arbeitet in rund 150 Städten weltweit mit mehreren Tausend Reinigungskräften zusammen und vermittelt jede Woche mehr als 10.000 Putzkräfte gegen Provision. Nun hat sich die Berliner Firma 13,5 Millionen Euro Wachstumskapital gesichert, mit dem sie sich im “Krieg der Putzfrauenvermittler” (Deutsche-Startups.de) durchsetzen will. „Wir sind bereits die meistgenutzte Reinigungs-Plattform, jetzt wollen wir noch weiter wachsen“, sagt Benedikt Franke, der Helpling im Frühjahr mit Philip Huffmann gestartet hat. „Wir sind überzeugt, dass man den Markt jetzt besetzen muss, wenn man langfristig Erfolg haben will.“

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“Man muss den Markt jetzt besetzen”: Die Helpling-Gründer Franke und Huffmann. Bild: Helpling / PR.

Unter den Investoren sind neben Mangrove Capital Partners aus Luxemburg und Phenomen Ventures aus Russland ausgerechnet auch Point Nine Capital und der bekannte Berliner Investor Lukasz Gadowski. Der ist mit seinem Inkubator Team Europe eigentlich Rocket-Konkurrent und hat mithilfe von Point Nine einst Lieferheld aufgebaut – gemeinsam mit Nikita Fahrenholz und Claude Ritter, die jetzt den Helpling-Konkurrenten Book A Tiger betreiben. Die Zusammenarbeit mit Fahrenholz und Ritter bei Lieferheld will Gadowski zwar nicht öffentlich kommentieren. Aber: „Helpling hat nicht nur ein überzeugendes Geschäftsmodell, sondern auch ein erstklassiges Team“, betont Gadowski, „außerdem kommt es in diesem Markt darauf an, mit viel Kapital schnell zu wachsen – und dank Rocket Internet hat Helpling die besten Voraussetzungen dafür.“

Ob Rocket Internet selbst ebenfalls erneut investiert hat, wollten weder Helpling noch der Inkubator mitteilen. Aus Unternehmenskreisen verlautete jedoch, dass in den nächsten Monaten weitere namhafte Geldgeber in Helpling investieren dürften. Dass Rocket Internet nochmal nachlegen wird scheint mehr als wahrscheinlich: Der Start-up-Inkubator hatte bereits in seinem Börsenprospekt im September Investitionen in Helpling angekündigt, um sich auch in Zukunft die Mehrheit an dem Start-up zu sichern.

Die Helpling-Gründer Franke und Huffmann halten zwar selbst nur noch eine Minderheit der Anteile ihrer Firma, sind aber überzeugt, dass aus dem „emerging star“ ein „proven winner“ wird – so heißen reifere und große Start-ups mit einer Bewertung von mehr als 100 Millionen Euro im Rocket-Sprech. Gründer Benedikt Franke sieht sogar Parallelen zu Zalando, das kürzlich wie Rocket Internet an die Börse gegangen ist: „Der Online-Handel mit Dienstleistungen ist so spannend wie der Online-Handel mit Produkten vor einigen Jahren“, sagt Franke, „früher hätte sich auch keiner vorstellen können, Schuhe übers Netz zu kaufen.“


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