Helpling meldet die nächste Übernahme: Nach Cleanagents kauft das Berliner Start-up nun den britischen Konkurrenten Hassle.

Das Putzportal Helpling erwirbt sein britisches Pendant Hassle. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Die Berliner sollen für den Konkurrenten 32 Millionen Euro hingeblättert haben, berichtet das Onlineportal „Tech.eu“. Die Summe soll demnach vor allem mit Anteilen gezahlt worden sein. Helpling-Chef Benedikt Franke wollte das im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer nicht kommentieren: „Wir äußern uns nicht zum Kaufpreis.“ Er könne nur so viel sagen, dass die Information nicht von Helpling stamme.

Das Berliner Start-up, an dem auch Rocket Internet beteiligt ist, treibt mit der Übernahme seine internationale Expansion voran. „Unser Ziel ist es, in unseren etablierten Märkten die klare Nummer eins zu sein“, so der Helpling-Chef. Durch die Übernahme sei man nun von „Tag eins an“ der Marktführer in Großbritannien. Der Markt habe im Putzportal-Portfolio noch gefehlt. Franke schätzt die Akquisition von Hassle daher als „extrem wertvoll“ ein.

Die Investition kommt wenig überraschend: Erst Mitte Juni hatte Geschäftsführer Franke zu WirtschaftsWoche Gründer gesagt, Helpling werde die 33 Millionen Euro aus der vergangenen Finanzierungsrunde in „internationalen Märkten“ verwenden. Vorerst will die Putzplattform aber nicht noch in weitere Märkte gehen. „Die Expansion in weitere Märkte ist damit für die nächste Zeit abgeschlossen“, so Franke. „Wir wollen in den bisherigen Märkten organisch wachsen.“ Weitere Übernahmen hätten da vorerst keine Vorteile, sagt der Gründer.

Book A Tiger lästert über Übernahme

Das Wachstum dürfte auch in der Bundesrepublik im Fokus von Helpling stehen. In Deutschland streitet sich die Plattform mit Book A Tiger um die Marktführerschaft. Der deutsche Konkurrent meldete sich am Freitag auch gleich zu Wort: „Die Übernahme ist ein interessanter, aber teurer Schachzug“, sagte Claude Ritter, Gründer von Book A Tiger, einem Statement zufolge. „Ich denke, Helpling musste diesen Schritt gehen, da ihnen die Investoren im Nacken sitzen.“ Ritter ließ sich weiter mit den Worten zitieren, die Unternehmenskulturen von Hassle und Helpling könnten „nicht unterschiedlicher“ sein. Helpling habe sich durch die Übernahme ein „besser funktionierendes System“ hinzugekauft.

Anders als Ritters Start-up Book A Tiger, das am Montag in der Schweiz startete, hat sich die Rocket-Beteiligung früh für die Expansion entschieden und ist nach eigenen Angaben nun in 13 Ländern, darunter Frankreich, Brasilien und Singapur, aktiv. Auch bei Übernahmen zeigt sich das Putzportal fleißig. Vor wenigen Monaten kauften die Berliner den deutschen Konkurrenten Cleanagents auf.