HelloFresh gehört zu den Hoffnungsträgern von Rocket Internet. Regelmäßig sammelt das Berliner Start-up hohe Summen ein. Steht der Börsengang nun bevor?

Die Rocket-Internet -Beteiligung HelloFresh bekommt über eine Finanzspritze 85 Millionen Euro. Ein neuer Investor, der namentlich nicht genannt wurde, bessere die Kapitaldecke zusammen mit dem britischen Fonds Baillie-Gifford um diese Summe auf, teilte Rocket Internet am Montagabend in einer
Pflichtveröffentlichung mit. Rocket habe der Finanzierungsrunde zugestimmt. Dabei wurde für den Kochbox-Anbieter eine Firmenbewertung von zwei Milliarden Euro zugrundegelegt. Rocket wird nach der Finanzspritze nur noch 53 Prozent an HelloFresh halten, drei Punkte weniger als bisher.
Die Berliner Start-up-Schmiede ist neben HelloFresh auch am Essenslieferanten Delivery Hero sowie den Möbelhändlern Westwing und Home24 beteiligt.

HelloFresh gehört schon seit einem Jahr zu dem Kreis der Einhörner – zu den Start-ups also die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Während es in USA eine Reihe von Start-ups gibt, die diese magische Schwelle überspringen, hinkt Europa hinterher. In Deutschland gehört auch Delivery Hero zum Kreis der Einhörner – Rocket Internet ist ebenfalls beteiligt. Schon länger gibt es Gerüchte, dass Hello Fresh an die Börse gehen könnte. Ein Börsengang wurde im vergangen Jahr abgesagt. Ein neuer Versuch: “Das hängt von den Marktbedingungen ab”, sagte damals Rocket Internet-Chef Oliver Samwer. Es verdichten sich allerdings die Zeichen, dass ein neuer Versuch unternommen werden könnte: Im Dezember hat das Unternehmen Hello Fresh SE im Handelsregister eintragen lassen – das waren schon bei Rocket Internet und Zalando deutliche Anzeichen für einen baldigen Börsengang.

Aktuellen Zahlen zufolge steigerte HelloFresh seinen Umsatz im zurückliegenden Quartal um 72 Prozent, im Vorquartal waren es noch 124 Prozent. Zur Erklärung hieß es damals, dass Kunden in den Urlaubsmonaten Juli und August traditionell weniger bestellen würden. Der Umsatz in den ersten neun Monaten lag insgesamt bei knapp 440 Millionen Euro.