Aufgehalten hat Sie diese Skepsis von ihrem Umfeld aber nicht…
Nein, wir waren und sind von unserem Produkt vollkommen überzeugt. So überzeugt, dass wir schon ein Jahr vor der Gründung unsere alten Jobs als technische Chemikerin, Architektin und Produktionsexpertin aufgegeben haben, um uns voll und ganz Helga widmen zu können.

Wie haben Sie Helga bisher finanziert?
Durch private Einlagen, eine Reihe von Business Angels, unter anderem aus dem Bereichen der Nahrungsergänzungsmittel und der Hotellerie, die zwischen 15000 und 150.000 Euro in das Start-up investiert haben, und durch ein Crowdfunding, das wir sechs Monate nach der Gründung gestartet haben und bei dem wir 153.500 Euro von 183 Unterstützen einsammeln konnten. Außerdem haben wir eine Reihe von Innovationspreisen gewonnen – nicht nur in unserer Heimat Österreich, sondern zum Beispiel auch in Russland.

Wagen Sie mal eine Prognose: Werden wir uns im Restaurant bald alle ein Algengetränk statt einer Apfelschorle oder einer Cola bestellen?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Alge das Lebensmittel der Zukunft ist. Als ich auf die Idee kam, Algen als Getränk zu verwenden, war ich mehr als überrascht, dass noch niemand auf diese Idee gekommen war – bisher gab es Algen nur als Nahrungsergänzungsmittel, meist in Form von Kapseln. Dabei sind Algen eine gute natürliche Quelle, die körpereigenen Speicher an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aufzufüllen, sie haben einen hohen Proteingehalt von bis zu 60 Prozent und enthalten Zink und die Vitamine A, C, E und B12. Und sie können, das ist genauso wichtig, nachhaltig erzeugt werden. Unsere Vision ist es, dass Algen ein ganz normaler Bestandteil der Küche werden – Helga ist sozusagen nur die Einstiegsdroge.

Wie geht es denn für Helga weiter?
Wir werden ab Herbst unser Sortiment verbreitern. Auf der Ernährungsmesse Anuga in Köln stellen wir unser drittes Produkt, einen Snack mit Algen, vor. Das Erfrischungsgetränk wird es in Deutschland zukünftig unter anderem bei Real, Karstadt, Globus und Tegut geben.