Der Company Builder beteiligt sich an drei weiteren Start-ups. Nach einem Jahr stehen elf Firmen im Portfolio – das gelang auch durch eine Erweiterung der Strategie.

Big-Data-Systeme für Mediziner in Operationssälen, DNA-Daten auf der Blockchain und die zielgerichtete Suche nach dem passenden Arzt bei seltenen und schwerwiegenden Erkrankungen: Der Berliner Company Builder Heartbeat Labs gibt heute die Beteiligung an drei weiteren Start-ups bekannt – investiert werden jeweils maximal eine Million Euro.

Mit dem Big-Data-Unternehmen Caresyntax und der Kölner Spezialsuchmaschine BetterDoc kommen zwei der neuen Beteiligungen aus Deutschland, die Blockchain-Bauer von Nebula Genomics sind in Boston ansässig. Ziemlich genau ein Jahr nach dem offiziellen Start des auf die Gesundheitsbranche fokussierten Company Builders hat Heartbeat Labs nun elf Start-ups im Portfolio.

Strategieschwenk kurz nach dem Start

Geplant waren ursprünglich nur drei bis fünf Eigengründungen pro Jahr, die mit Summen zwischen 0,5 und fünf Millionen Euro angeschoben werden sollten. Doch die Strategie hat das Management-Team zügig erweitert: „Wir haben gesehen, dass wir schneller Lernen und Synergieeffekte schaffen können, wenn wir auch über Investitionen Unternehmen auf die Plattform holen“, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Insgesamt machen das Team jetzt zwei Schwerpunkte für sich aus: Zum einen die Telemedizin, die in Deutschland jüngst durch eine Gesetzesänderung Aufwind erhielt – hier sind etwa die beiden eigenen Gründungen Kinderheldin und Fernarzt.com zu nennen. Daneben soll aus der Eigengründung Hy Studio eine Praxiskette für kleinere Schönheitsbehandlungen werden.

Drumherum hat sich Heartbeat Labs an einer Reihe von fokussierten Apps und Hardware-Start-ups beteiligt, die sich speziellen Anwendungen verschrieben haben. Das Berliner Start-up Moodpath fragt Nutzer etwa regelmäßig nach ihrem Befinden und entwickelt daraus eine Übersicht über die psychische Gesundheit. Mimi Hearing Technologies bietet individuelle Hörtests an.

Man sehe es eher als Vorteil, „Zugang zu Wissen in allen Bereichen der Gesundheit zu haben“, heißt es auf Nachfrage von Heartbeat Labs. Man wolle ein „sektorübergreifendes Verständnis über den gesundheitlichen Zustand des Menschen“ abbilden.

Rückenwind für digitalere Gesundheitsbranche

Bei der Aufgabe spürt das Management-Team um Geschäftsführer Eckhardt Weber Rückenwind. „Wir sehen, dass die Deutschen generell immer offener gegenüber dem Thema Digitalisierung der Gesundheit sind“, heißt es.

Alleine ist der Berliner Company Builder, hinter dem die Hitfox Group steht, dabei nicht. Gerade im Bereich der Telemedizin herrscht eine große und durchaus auch gut finanzierte Konkurrenz. Andere Start-ups haben sich aufgrund regulatorischer Hürden Märkte außerhalb Deutschlands ausgesucht.

Heartbeat Labs selbst sieht im milliardenschweren Gesundheitsmarkt relativ wenige Start-ups und von Apotheken über Arztpraxen bis Krankenhäusern viele etablierte Marktteilnehmer, die bislang im internationalen Vergleich wenig digital aufgestellt sind. Doch das könnte sich bald ändern, glaubt das Heartbeat-Labs-Team: „Man verspürt auch klar Handlungsdruck bei den Etablierten.“