Fünf Krankenkassen haben die Zusammenarbeit mit Start-ups für sich entdeckt und werben mit einer Testplattform um Gründer.

Mit der Chance auf Produkttests im Gesundheitsmarkt wollen fünf Krankenkassen Start-ups für eine Kooperation gewinnen. Dafür haben sie unter dem Namen Healthy Hub eine gemeinsame Testplattform gestartet. Die BundesInnungskrankenkasse (BIG), HEK Hanseatische Krankenkasse, IKK Südwest, mhplus Betriebskrankenkasse sowie SBK Siemens Betriebskrankenkasse erhoffen sich neue Impulse für innovative digitale Versorgungsangebote.

„Wir wollen mit unserem Healthy Hub der eher schwerfälligen Digitalisierung im Gesundheitsbereich Schwung verleihen“, wird Elmar Waldschmitt, Geschäftsführer des Healthy Hub und Leiter Unternehmensentwicklung bei BIG direkt gesund, in einer Pressemitteilung zitiert. Die Kassen wählen Start-ups mit vielversprechenden Produktideen rund um die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für einen einjährigen Probelauf aus. Geplant sei, dass je eine Krankenkasse mit einem Jungunternehmen zusammenarbeitet. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir am Ende Produkte vorweisen können, die in einem realen Markttest bewiesen haben, dass sie in der GKV funktionieren“, so Waldschmitt. Je nach Ergebnis des Pilotprojekts könne ein Anschlussvertrag zustande kommen.

Ideen zur Optimierung der Versorgung gesucht

Im Visier der Kassen sind insbesondere Produkte aus dem Digital-Health-Bereich, die sich an Endkunden richten – etwa zur Optimierung der Versorgung oder Behandlung und Prävention. Dabei sollten die Angebote auf eine Erstattung durch die Krankenkassen abzielen. Bis zum 5. Dezember können sich Gründer auf der Internetseite des Healthy Hub bewerben. Voraussetzung ist, dass die Produktidee reif für ein Pilotprojekt ist, also bereits ein Prototyp vorhanden ist oder kurz vor der Fertigstellung steht. Bis zu 15 Bewerber sollen eine Einladung zum Pitch erhalten.

Lockmittel für die Start-ups ist der Zugang zu rund drei Millionen Versicherten in verschiedenen Kassenarten. Außerdem werben die Kassen mit rechtlicher Beratung. Eine Kapitalbeteiligung schließen sie jedoch aus. Nach Angaben der BIG werden die Start-ups nicht gezwungen, Exklusivverträge abzuschließen. Auch ein Umzug zum Hub-Standort in Berlin sei nicht notwendig.