Das Hamburger Immobilien-Start-up erhält mehrere Millionen Euro von neuen und alten Investoren. Dank der Deutschen Bank will man das Wachstum beschleunigen.

Informationen für Immobilienverkäufer: So positioniert sich das Hamburger Start-up Hausgold. Umsatz macht das junge Unternehmen dadurch, dass es interessierte Besitzer mit passenden Maklern quer durch das Land zusammenbringt – und von den Immobilienprofis dafür eine Provision erhält. Jetzt hat Hausgold eine Finanzierungsrunde über einen niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschließen können.

Neu als Gesellschafter mit dabei ist dabei die Deutsche Bank. Daneben beteiligen sich mehrere Vermögensverwaltungen von wohlhabenden Familien, außerdem erhöhen die Bestandsgesellschafter ihre Einlage – darunter ist unter anderem ein Fonds von Rocket Internet. Bereits vor zwei Jahren konnte das Start-up eine Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschließen.

Der Einstieg der Deutschen Bank, Deutschlands größtem Finanzinstitut, hat dabei auch eine wichtige strategische Komponente: Das „digitale Plattformmodell“ habe die Deutsche Bank überzeugt, lässt sich deren Digitalchef Markus Perlwieser in einer Pressemitteilung zitieren. Bald soll das Angebot des Start-ups auch den Kunden von Deutscher Bank und der Konzerntochter Postbank zur Verfügung stehen – ob unter der Marke Hausgold oder als integrierte White-Label-Lösung, dazu wollte sich das Start-up heute noch nicht äußern.

Schnittstelle zwischen Hausbesitzern und Maklern

Der Zugang zu den mehr als zehn Millionen Online-Kunden der Deutschen Bank soll das Wachstum von Hausgold vorantreiben. Nach eigenen Angaben habe man seit dem Start vor knapp fünf Jahren insgesamt Immobilien im Gesamtwert von über fünf Milliarden Euro an Makler vermitteln können, teilt Hausgold mit. Etwa 50 Mitarbeiter arbeiten aktuell in Hamburg für das Start-up von Gründer Sebastian Wagner.

Das Start-up versucht, den stark fragmentierten Markt an Maklern auf seiner Plattform zusammenzubringen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Berliner Konkurrent McMakler, der im vergangenen Jahr 16 Millionen Euro einsammeln konnte. Auch Maklaro bietet sich Hausbesitzern als digitaler Verkaufshelfer an.

Die Deutsche Bank wiederum, die nach heftigen Kursverlusten an der Börse nach neuen Antworten sucht, setzt auf in ihrer Digitalstrategie auf einen Mix an selbst gebauten und zugekauften Produkten. Im Frühjahr war das Institut so etwa neben dem Konkurrenten Commerzbank bei Vermietet.de eingestiegen. Anfang November hatte die Deutsche Bank zudem eine eigene Banking-Plattform unter dem Namen Yunar gestartet, auf der nach und nach zusätzliche Dienstleistungen angedockt werden sollen.