Wer neu gründet, muss sich bekannt machen. Da können Messen einen ein gutes Stück nach vorne bringen. Wer aber die Kosten scheut, kann auf staatliche Förderung hoffen.

Für frisch gegründete Start-ups sind große Messen – wie die Ifa oder die Cebit – eine Herausforderung – viel Aufwand und hohe Kosten lassen viele vor einer Teilnahme zurückschrecken, dabei ist der Nutzen Experten und Teilnehmern zufolge nirgendwo vergleichbar groß.

„Es ist unverzichtbar mit potenziellen Kunden in den direkten Kontakt zu kommen. Erfahrungswerte, etwa wie man richtig präsentiert oder zu sehen, wie die Leute auf das eigene Produkt vor Ort reagieren, sind unersetzlich“, sagt Oliver Koch, Marketing-Chef bei Echobot. Das Karlsruher Start-up hatte dieses Jahr die Chance auf dem Gemeinschaftsstand Baden-Württembergs auf der Cebit in Hannover auszustellen. Dabei sei das Echobot-Team insbesondere auf die Gespräche mit potenziellen Kunden am Stand gespannt gewesen: „Wir fragten uns, wie sie auf unsere Stand-Präsentation reagieren würden und welche speziellen Fragestellungen sie haben könnten. Dadurch konnten wir viele Erkenntnisse gewinnen. Etwa welche Themengebiete auch für die Zukunft für uns und unsere Kunden interessant sein werden.“

Persönlicher Kontakt als Marketingerfolg

„Gerade kleine Start-up-Unternehmen wollen meist schnell einen großen Markt erschließen“, sagt auch Heinz-Joachim Mogge, Leiter der Kundenberatung Wirtschaftsförderung der Investitionsbank Berlin. Insbesondere Fachmessen seien deshalb für Start-ups ideal geeignet, um unmittelbar eine große Zielgruppe zu erreichen.  „Gerade zu Beginn haben Unternehmer meist keine größeren Summen übrig, um sich eine Werbeagentur oder hauptamtliche Mitarbeiter für diesen Bereich leisten zu können“, sagt Harald Kötter, Pressesprecher des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (AUMA).

Laut eine Studie im Auftrag der Messe-Zeitschrift Expodata halten fast 40 Prozent der 978 befragten deutschen Marketing- und Kommunikationsleiter den Stellenwert von Alternativen zur Messe für gering. Selbst Online-Aktivitäten verneinte mehr als jedes zweite befragte Unternehmen als geeignete Alternative. „Natürlich werden Online-Kommunikation und neue Medien wichtiger, aber der eigentliche Kontakt, die Produktpräsentation und somit die persönliche Kommunikation sind nach wie vor essenziell“, sagt Birgit de Longueville, zuständig für Internationale Messen und Standortkommunikation bei Baden-Württemberg International.