Gute Ideen für Start-ups entstehen an Hochschulen viele – doch die Umsetzung wird nur selten in Angriff genommen, so eine aktuelle Studie.

Wissenschaftler in Deutschland schöpfen ihr unternehmerisches Potenzial nicht aus – weil sie zu viele Hindernisse sehen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, die auf zwei Befragungen basiert. 2013 haben über 7.000 Wissenschaftler Auskunft zu ihrer Gründungsneigung gegeben und wurden drei Jahre später wieder kontaktiert. Demnach ist nur jeder sechste Befragte, der vor drei Jahren eine Gründungsidee hatte, unternehmerisch aktiv geworden.

Mehr als jeder Zweite hat seine Idee zwar noch nicht abgehakt, die Umsetzung aber auf Eis gelegt. Der häufigste Grund: Der Weg bis zur Kommerzialisierung erscheint zu zeitaufwändig. Viele gaben zudem an, ihnen fehlten Marktkenntnisse oder ein konkretes Geschäftskonzept. Auch fehlende finanzielle Ressourcen wurden moniert – vor allem Frauen sehen darin ein Hemmnis.

Die gute Nachricht: Wenn Wissenschaftler den Schritt in die Selbständigkeit wagen, sind sie überdurchschnittlich erfolgreich. „Bei den wissenschaftlichen Gründungen, die schon vor drei Jahren bestanden, sind immerhin noch mehr als drei Viertel unternehmerisch tätig. Dies ist ein überdurchschnittlicher Wert, da deutschlandweit rund 40 Prozent der neugegründeten Unternehmen nach drei Jahren nicht mehr am Markt vorhanden sind“, sagt Arndt Werner, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Siegen. Werner hat das Forschungsvorhaben zusammen mit Simone Chlosta vom IfM Bonn geleitet.

Erfolgreicher im Team

Die Befragung zeigt auch, dass Wissenschaftler sich für ihre Start-up-Vorhaben häufig mit anderen zusammentun. Jede dritte Gründung erfolgt mittlerweile im Team, ergab die Studie. Die Teams seien dabei wirtschaftlich erfolgreicher als Einzelgründungen: „Sie erwirtschaften häufiger ein Einkommen, mit denen die Gründer ihren Lebensunterhalt decken können und schaffen häufiger neue Arbeitsplätze.“

Insgesamt haben zwei von fünf neugegründete Unternehmen aus der Stichprobe neue Stellen geschaffen. Jedes dritte will weitere Mitarbeiter einstellen.