Das Wirtschaftsministerium zeichnete auf der Internationalen Funkausstellung 20 Start-ups aus. Die Bewerbungszahlen hatten sich im Vergleich zur letzten Runde verdoppelt.

Ein Scheck über bis zu 32.000 Euro, Kontakt zu Gründern und Experten eine Urkunde – vor allem aber: Aufmerksamkeit und eine Auszeichnung, die sich auch in Gesprächen mit Kunden und Investoren gut macht. Die Gewinner des Gründerwettbewerbs Digitale Innovationen, ausgelobt vom Bundeswirtschaftsminsterium, wurden in der ersten Runde dieses Jahres aus einem nahezu doppelt so großen Bewerberfeld wie zuletzt gekürt. 323 Start-ups hatten ihre Unterlagen im Zeitraum vom Januar bis Ende März 2018 eingereicht – in der zweiten Runde des Jahres 2017 waren es 169 Start-ups.

Heute wurden dann 20 Jungunternehmen im Rahmen der Internationalen Funkausstellung ausgezeichnet. „Die Gründerteams lösen drängende Herausforderungen mit branchenfremden Technologien“, lobte Wirtschafts-Staatssekretär Ulrich Nussbaum die Gewinner. Sechs von Ihnen erhielten den mit 32.000 Euro dotierten Hauptpreis, 14 weitere eine Förderung in Höhe von 7000 Euro – eines aus diesem Feld zusätzlich noch den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis „Smart Living“.

Der Wettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums wird zwei Mal jährlich ausgelobt. Bei der vorherigen Auszeichnungsrunde Mitte April, die auf der Hannover Messe stattfand, standen vor allem Start-ups im Fokus, die sich auf Produkte aus oder um das Internet der Dinge spezialisiert hatten. Bis zum 1. Oktober können sich Start-ups, die kurz vor oder nach ihrer formellen Gründung stehen, für die zweite Wettbewerbsrunde des Jahres bewerben.

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Hauptpreise

Orbem: Das Münchener Start-up nutzt die Magnetresonanztomographie, um Hühnereier zu untersuchen. So sollen männliche Embyronen in landwirtschaftlichen Betrieben rechtzeitig aussortiert werden – aktuell werden alleine in Deutschland jährlich 45 Millionen geschlüpfte männliche Küken getötet. Das Start-up wurde vor kurzem auch in ein Acceleratorprogramm der Europäischen Union aufgenommen.

RoVi Robot Vision: Automatisierte Helfer für alle will das Start-up produzieren. Dafür setzt das Team aus München auf preiswerte Kameras, die anstelle von teuren Sensoren zum Einsatz kommen. In Kombination mit einer Software sollen die Roboter so trotzdem ihre Umgebung abtasten können.

Sopher: Das Start-up sichert digitale Nachrichten, Dokumente oder Speicherorten ab. Die Lösung kann so dabei helfen, die Kommunikation zwischen Mitarbeitern oder Unternehmern zu schützen. Die Kommunikation zwischen Beteiligten wird dabei stets nur auf den Endgeräten gespeichert. Aktuell arbeiten die Berliner an einem Produkt für Teams.

Twaice: Ohne leistungsstarke Batterien ist Elektromobilität nicht denkbar. Mit ihrer Analytik-Plattform wollen die beiden Münchener Gründer den Betrieb und die Entwicklung vom Batterien günstiger machen. Dafür werden die Leistungsdaten von Batterien gesammelt und können dann als digitale Kopie von Herstellern oder Anwendern weiterverwendet werden.

WunderX: Das Team aus München will dabei helfen, alte Industrieanlagen zu vernetzen. Dafür soll einmal das von dem Start-up entwickelte WunderX-Element an die Maschinen angeschlossen werden – und dann Informationen über Verbrauch und Leistung in eine Cloud übertragen können.

Xelera Technologies: In die Auswertung von großen Datenmengen setzen viele Unternehmen große Hoffnungen. Die erforderten Rechenleistungen dafür sind jedoch nicht überall vorhanden. Das Darmstädter Start-up hat einen Algorithmus entwickelt, der es ermöglicht, diese Berechnungen auf Grafikprozessoren stat Hauptprozessoren durchzuführen.

Sonderpreis „Smart Living“

ChargeX: Das Start-up will das Auftanken von Elektrofahrzeugen erleichtern. An das Basismodul der Münchener können bis zu neun Ladepunkte für E-Autos oder -Roller andocken. Das reduziert den Kostenaufwand für teure Hardware-Teile wie etwa Stromzähler (hier geht es zu einem Porträt bei Edison).