Landpack, die Sieger des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs, erzählen im Gründertagebuch von ihren Expansionsplänen nach Frankreich.

Mit Versandboxen aus Stroh gewann Landpack den WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Wie es weitergeht, lesen Sie ab sofort regelmäßig im Gründertagebuch.

6.2.17
Unsere neue Mitarbeiterin aus Frankreich, Cécile du Payrat, hat ihren ersten Arbeitstag. Alles beginnt ganz entspannt – erst eine Tasse Kaffee im Büro, dann ein Rundgang durch die Produktion. Aber die Aufgaben, die vor unserer neuen Mitarbeiterin liegen, sind gewaltig. Die 26-jährige Französin hat zuvor für eine Unternehmensberatung in Paris gearbeitet und soll nun für uns den französischen Markt erschließen. Eigentlich stand dieser Schritt erst im zweiten Halbjahr 2017 auf unserer To-do-Liste, aber Céciles Initiativbewerbung hat uns überzeugt und wir haben uns spontan für einen früheren Start entschieden.

Frankreich ist für Landpack extrem interessant, weil der Online-Lebensmittelhandel dort sehr populär ist. Neun Milliarden Euro setzen die Händler derzeit über das Internet um. Das sind immerhin 5,5 Prozent des Gesamtumsatzes der Nahrungsmittelbranche. Doch damit nicht genug: 2025 sollen schon zehn Prozent des französischen Onlinehandels auf Lebensmittel entfallen – für uns ein enormes Potenzial.

Als erstes hat Cécile unsere Homepage ins Französische übersetzt, nach und nach folgen Broschüren und Pressemitteilungen. Momentan klärt sie entscheidende Fragen: Wer könnte ein interessanter Kunde für uns sein? Mieten wir ein Zwischenlager in Frankreich oder liefern wir direkt von unserem Münchner Standort? Arbeiten wir für bestimmte Regionen mit anderen Speditionen zusammen? Welche Journalisten sprechen wir an, um unsere Produkte in Frankreich bekannt zu machen?

Noch stehen wir am Anfang, aber ich bin optimistisch, dass wir auch in Frankreich Erfolg haben werden. Denn auch dort sind viele Lebensmittelhändler händeringend auf der Suche nach einer leistungsfähigen Alternative zu Styropor als Verpackungsmaterial.

In Österreich und der Schweiz ist unsere Variante aus Stroh bereits bekannt. Die meisten dort ansässigen Kunden haben uns über Google gefunden. Seitdem unsere Homepage auch auf Englisch und Französisch abrufbar ist, kommt fast die Hälfte aller Anfragen aus dem europäischen Ausland. Deshalb wollen wir in diesem Jahr nicht nur den französischen Markt erschließen, sondern auch die Beneluxstaaten und Skandinavien.

Ab Mai verstärkt ein neuer Vertriebsleiter unser Team. Er kennt sich mit dem Aufbau internationaler Vertriebsstrukturen aus und wird sich zu allererst auf Großbritannien fokussieren – trotz Brexit. Schließlich ist der Online-Lebensmittelhandel in keinem anderen europäischen Land so weit entwickelt wie dort.

17.2.17
Gesprächsmarathon auf der Bio-Lebensmittelmesse Biofach in Nürnberg

27.2.17
Unsere neue Produktionsstraße geht in Betrieb

6.3.17
Die erste Großlieferung Hanfisoliertaschen verlässt die Produktion

Redaktion: Kristin Schmidt