Im zweiten Teil ihres Tagebuchs berichtet  die Unternehmerin Anna Rojahn über den Umzug ihres Unternehmens, einen neuen Prototyp und ein Luxusproblem.

Wenn Anna Rojahn die Technologie ihres Start-ups Fast Forward Imaging vorstellt, dann zeigt sie meist einen Film. Denn ihr Produkt ist zu groß, um es mitzunehmen: ein mannshoher Kasten, in dem ein Gegenstand vor verschiedenfarbigen Hintergründen fotografiert wird. Kurz darauf erscheint ein Bild des Produkts, das sich per Klick um die eigene Achse drehen und vor verschiedene Hintergründe ziehen lässt – besonders für Online-Shops ist das interessant.

Mit der Technologie konnte die Jungunternehmerin nicht nur Kunden, sondern auch Investoren überzeugen. Das trug ihr im Herbst 2014 den Sieg bei Neumacher ein, dem WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerb. Nun berichtet sie, wie sich ihr Start-up entwickelt.

21. November 2014

Mit unserem Chefentwickler Felix Obée stelle ich einem Kunden unseren neuen Prototyp vor, an dem wir seit August tüfteln. Der im Gegensatz zu unserem ersten Modell in den Kofferraum eines Autos passt. Und den wir wie seinen großen Bruder vermieten wollen: Kunden zahlen ein Fixum pro Bild, das sie damit produzieren. Wir merken: Es überzeugt, wenn man dem Kunden sein Produkt live zeigen kann. Aber wir brauchen ein Rollbrett – auch das neue Modell wiegt 60 Kilo.

1. Dezember 2014

Wir ziehen um. Eingepackt in Handschuhe und Mützen, schaffen wir Paletten voller Möbel in den Transporter: Nach ein paar Touren ist der Umzug geschafft. Aber ich muss dem Team versprechen, dass wir nie wieder im Winter die Location wechseln.

10. Dezember 2014

Ich führe ein langes Telefonat mit der Anwaltskanzlei Osborne Clarke, einem Partner des WirtschaftsWoche-Gründerwettbewerbs. Wir lernen: Es ist extrem hilfreich für ein Start-up, alle Verträge in einem sogenannten Datenraum zu sammeln. Dann ist alles sofort zur Hand, wenn man es braucht – etwa bei einer Kapitalrunde.

11. Dezember 2014

Ein Kunde will unser neues Modell in die Konfektionierung integrieren. Die Bilder seiner Produkte will er nicht nur für den Online-Auftritt, sondern auch im Betrieb verwenden. Sein Anspruch: Jede Produktaufnahme darf nur anderthalb Minuten dauern – halb so lange wie bisher. Eine Herausforderung, aber machbar!

12. Dezember 2014

Board Meeting mit unserem Investor Vogel Ventures. Ergebnis: Wir brauchen dringend Vertriebler, denn ich alleine komme nicht mehr hinterher. Mehr Anfragen, als Kapazitäten zu haben, ist ein Luxusproblem, das im schlimmsten Fall aber eine lange Liste verpasster Chancen erzeugt.

19. Dezember 2014

Bei einem Käsefondue lassen wir das Jahr Revue passieren. Es ist unheimlich schön, wie das Team zusammengewachsen ist!

7. Januar 2015

Wir fassen Pläne: Wir wollen eine einfachere und günstigere Version unserer Hardware für Fotostudios bauen; darüber hinaus wollen wir eine Modepuppe entwickeln, die optimal auf unsere Freistellung zugeschnitten ist. 2015 hat kaum begonnen, und wir sind wieder mittendrin!

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Für die nächste Runde des Gründerwettbewerbs Neumacher können Sie sich hier bewerben.