In „House of Cards“ spielt Kevin Spacey den Politiker Frank Underwood – bei der Gründerkonferenz Bits & Pretzels präsentierte er sich als Start-up-Kenner.

Neun Monate und viele E-Mails dauerte es, bis die Organisatoren der Gründerkonferenz Bits & Pretzels den US-Schauspieler Kevin Spacey als Keynote-Speaker gewonnen hatten. Damit brachten sie nicht nur einen weltberühmten Schauspieler auf die Bühne, sondern auch jemanden, der sich mit Start-ups bestens auskennt. Zuletzt hatte Spacey Geld in die Firma WoofbertVR gesteckt, Berichten zufolge umgerechnet drei Millionen Euro soll Spacey investiert haben.

Es war nicht das erste Investment des Schauspielers: Im vergangenen Jahr investierte der 57-Jährige in das IT-Unternehmen Wisekey aus der Schweiz, das sich auf Cybersicherheit und Datenschutz spezialisiert hat.

Geschichte gut präsentieren

Dass sich Spacey gerne einmischt  – auch in die Politik -, wurde in seiner Rede deutlich: „Ich war natürlich nicht der erste Kandidat, den die Organisatoren angefragt haben“, sagte der Schauspieler mit augenzwinkerndem Blick auf Republikaner Donald Trump. Er hoffe nicht, dass Trump gewinne, wolle sich aber nicht weiter in die Politik einmischen: „Nicht, dass die Organisatoren noch diplomatische Probleme bekommen.“

Schon die bayrische Staatsministerin Ilse Aigner hatte den amerikanischen Schauspieler als Staatspräsidenten vorgestellt. Damit spielte sie auf seine Rolle in der Erfolgsserie „House of Cards“ an, in der er den skrupellosen Politiker Frank Underwood spielt – und diese Rolle füllte er auch auf der Bühne aus: „Ich habe null Interesse daran, hier zu sein. In meinem Hotel warten eine Flasche Bourbon und ein heißes Bad auf mich“, sagte er in Anspielung auf seine Rolle.

Doch er hatte auch noch ein paar nützliche Tipps für Gründer parat. Die sollten ihre Geschichte gut präsentieren, gebe es doch heutzutage viele gute Ideen, aber nur wenige, in die es sich wirklich lohne zu investieren. Spacey sprach länger als die vereinbarten 30 Minuten und beantwortete Fragen des Publikums. Die weiteren Veranstaltungen verschoben sich deshalb nach hinten, so richtig gestört haben wird es aber kaum jemanden.

Hohe Honorare, trotzdem Gewinnschwelle überschritten

Auf der Bits & Pretzels werden in den kommenden zwei Tagen rund 5000 Teilnehmer erwartet – und das erst im vierten Jahr nach der Gründung. 2013 startete die Start-up-Messe mit 80 Teilnehmern als Weißwurstfrühstück für Gründer während des Oktoberfestes. Mittlerweile kommen Gründer, Investoren und Journalisten aus 18 Ländern.

Bislang kommen 53 Prozent der Umsätze aus Ticket-Verkäufen, 47 Prozent stammen von Sponsoren. Zum ersten Mal schaffen die drei Gründer in diesem Jahr die Gewinnschwelle – und das, obwohl die Kosten für Sprecherhonorare in diesem Jahr enorm gestiegen sein durften. Am Montag wird als zweiter prominenter Gast der Unternehmer Richard Branson erwartet, Gründer und Chef des Mischkonzerns Virgin Group.