Was macht einen erfolgreichen Gründer aus? Professor Reza Asghari erklärt es im Interview – und kritisiert deutsche Checklisten.

Kann man Gründen lernen? Ja, sagt Reza Asghari. Der Professor leitet an der Technischen Universität Braunschweig das Entrepreneuership Center. Im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer erklärt er den Unterschied zwischen Entrepreneur und Gründer, was sich in Deutschland durch die Samwers verändert hat und warum es in Deutschland immer noch zum guten Ton gehört, bei Volkswagen anzufangen.

WirtschaftsWoche Gründer:  Herr Asghari, Sie unterrichten Gründen. Kann man das lernen?
Asghari:
Natürlich kann man das lernen. Es geht dabei primär nicht um Buchhaltung oder Cash-Flow-Management, sondern darum, eine Gründerpersönlichkeit zu entwickeln. Denn Gründen bedeutet, eine Sehnsucht nach etwas Neuem zu haben, und etwas erschaffen zu wollen.

Was macht einen erfolgreichen Gründer denn aus?
Wir unterscheiden normalerweise zwischen Gründern und Entrepreneurs. Ein Unternehmer, der ein herkömmliches Produkt an den Markt bringt, ist ein Gründer. Aber er bietet nur an, was bereits von zehn anderen Anbietern am Markt existiert. Der Entrepreneur hingegen kreiert entweder ein völlig neues Produkt oder stellt herkömmliche Produkte in einer neuen Art und Weise her. Und diese Menschen müssen starke und kreative Persönlichkeiten mit viel Leidenschaft sein, die an eine große Idee glauben.

Es geht also darum, Neues  zu erschaffen?
Man muss unkonventionelle Wege gehen und dafür braucht es Mut. Ein Entrepreneur setzt auch einen Prozess schöpferischer Zerstörung in Gang. Zerstörerisch, weil er die herkömmlichen Produkte und Strukturen von Markt verdrängt.