Helfen – das ist der erste Impuls vieler sozialer Gründer. Der Verdienst spielt dabei zunächst keine Rolle, doch auch Sozialunternehmer müssen überleben.



Von Annika Grah (dpa)

Die Idee ist so einfach wie bestechend: In einer App finden Flüchtlinge Kontakte und Informationen, die ihnen nach ihrer Ankunft in Deutschland helfen sollen. 2015 ging die „Welcome App“ zuallererst für Dresden online. „Wir wollten mal ein positives Zeichen aus Dresden setzen“, sagt Peggy Reuter-Heinrich, deren Softwarefirma Heinrich Reuter zusammen mit Saxonia Systems die App betreibt.

 Für Peggy Reuter-Heinrich war von Anfang an klar, dass ihre kleine Firma die Initiative nicht einfach so stemmen kann: „Natürlich haben wir den Business Case durchdacht“, sagt sie. Städte zahlen jetzt für ein Jahr einen Sockelbetrag von 1050 Euro und einen Betrag von 1,5 Cent je Einwohner. Teilweise helfen Firmen als Sponsoren aus. Die Stadt München habe die „Welcome App“ beispielsweise so finanziert. Trotzdem ist es knapp: „Wir machen keinen Verlust“, sagt Reuter-Heinrich. Zwei Mitarbeiter hat sie zusätzlich für die Initiative eingestellt. „Aber wir rechnen jeden Monat nach.“

Investoren zeigen kaum Interesse

Solche unternehmerischen Initiativen oder soziale Start-ups haben es in Deutschland nicht leicht. Anschubhilfen gibt es viele, langfristige Finanzierungsquellen sind rar. Den Projekten fehlt meist die Gewinnorientierung, die sie für Investoren interessant machen könnte. Stiftungen geben Geld, der Softwarekonzern SAP denkt nach eigenen Angaben über eine Förderung nach. Die Deutsche Bank Stiftung hat vor drei Jahren mit der gemeinnützigen Social Impact GmbH eine Crowdfunding-Plattform ins Leben gerufen. Bisher haben sich rund 20 soziale Start-ups über diese Plattform finanziert, sagt ein Deutsche-Bank-Sprecher. Der Erfahrung nach scheitern aber viele schon in der Gründungsphase, weil es an Fach- und Methodenwissen fehlt.