Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche will der Gründer von Grover, Michael Cassau, überzeugen. Sein Start-up verleiht Laptop, Smartphone & Co. Wie urteilt Business Angel Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Unsere Kunden können die neuesten Elektronikprodukte mieten, statt sie zu kaufen. Das kann ein Laptop, ein Smartphone oder eine Action-Cam für den Urlaub sein. Sie schließen dazu online einen Mietvertrag, und wir schicken ihnen die Produkte zu. Das Ganze funktioniert übrigens ohne Mindestvertragslaufzeit.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich bin vor vier Jahren von London nach Berlin gezogen. Obwohl ich nur zehn Monate bleiben wollte, musste ich für meine Wohnung Möbel kaufen. Es gab kein Angebot, so etwas zu mieten. Darum habe ich Grover gegründet – und am Ende bin ich in Berlin geblieben.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Etwa 90 Prozent unserer Produkte sind immer bei unseren Kunden. Wie beim Leasing nehmen wir durch die Miete mehr Geld ein, als diese an Wert verlieren. Allerdings gibt es bei uns keine feste Vertragslaufzeit. Vergangenes Jahr sind wir von 1000 auf 10.000 Kunden gewachsen, und ich bin sicher, dass wir künftig Gewinn machen werden.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … Wir sind ein Mix aus allen drei. Was das Kundenerlebnis angeht, sind wir perfektionistisch. Bei uns geht es trotzdem nerdig zu, und wir sind rastlos wie Uber.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere Mitarbeiter kommen aus 16 verschiedenen Nationen, darunter Russland, England, Brasilien und die USA. Unsere Frauenquote liegt bei 35 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Im Start-up-Leben gibt es viele Rückschläge und Erfolge. Unsere Kooperation mit Mediamarkt Anfang 2017 hat uns an die Grenzen getrieben, weil wir anfangs nicht genug Geräte hatten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wenn ich in fünf Jahren jemanden frage: Wie schaffst du dir Elektronik an? Dann soll er sagen: mit Grover natürlich. Zudem sind wir international aktiv.

Fakten zum Start-up

Kunden: derzeit etwa 10.000
Gründung: 2015
Finanzierung: Wagniskapital und Bankkredite
Mitarbeiter: 35

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 2/5
Timing: 4/5

Urteil: „Die Idee ist nicht revolutionär, hat aber großes Potenzial. Gleichzeitig ist der Markt hart  umkämpft – und das Risiko hoch, dass Geräte aus der Mode kommen und Grover sie nicht loswird.“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover