Investoren glauben an das kapitalintensive Geschäft von Grover und schießen erneut viel Geld zu. Die Berliner wollen mit der Vermietung von Elektrogeräten vor allem in Deutschland wachsen.

Das Berliner Start-up Grover hat sich im Rahmen einer Series-A-Finanzierungsrunde 37 Millionen Euro gesichert. Mit der Vermietung von Elektronikgeräten wie Laptops, Smartphones oder Drohnen an Privatpersonen und Unternehmen will die 2015 als ByeBuy gegründete Firma durchstarten. Das frische Kapital soll dabei helfen, ein B2B-Angebot für Start-ups sowie eine Flatrate am Markt zu etablieren.

Außerdem will Grover den steilen Wachstumskurs der vergangenen Monate aufrechterhalten. Kooperationen mit europäischen Elektromärkten wie Media Markt, Saturn und Gravis haben dem Start-up zuletzt Rückenwind verschafft: Nach eigenen Angaben hat die Firma mit 35 Mitarbeitern ihren Umsatz im vergangenen Jahr verzehnfacht. Zudem hat Grover bereits damit begonnen, auf den Märkten in Österreich, Großbritannien, Niederlanden und den USA anzugreifen.

Der Expansionskurs verläuft allerdings nicht ganz reibungslos: Insbesondere die Zusammenarbeit mit Media Markt hat Kapazitäten gebunden, weshalb das Start-up seine Expansionspläne im vergangenen Jahr vorerst pausiert hat, wie das Online-Portal Tech Crunch berichtet. Nun fokussieren sich die Berliner beim weiteren Wachstum in erster Linie auf den deutschen Markt und fahren im nächsten Schritt die Aktivitäten im Ausland wieder hoch.

Geschäftsmodell mit Risiken

Mit dem Mietmodell verspricht Grover seinen Kunden einen einfachen Zugang zu neuer Technik sowie einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften – Kritiker verweisen jedoch auf das Risiko, dass Elektrogeräte schnell aus der Mode kommen und das Start-up möglicherweise darauf sitzen bleibt.

Investoren tragen das kapitalintensive Geschäft aber gerne mit: Die Finanzierungsrunde führt Circularity Capital aus Großbritannien an. Die junge Private-Equity-Firma ist auf Investments in sogenannte zirkuläre Geschäftsmodelle spezialisiert. „Was uns zu dem Investment in Grover bewogen hat, ist die attraktive Kombination aus einem hoch-skalierbarem Geschäftsmodell und einem starken Nachhaltigkeitsaspekt. Die etablierte Marktposition samt Partnerschaften mit den größten Händlern sowie der signifikante Erfahrungs- und Datenvorsprung gegenüber dem Wettbewerb gibt Grover die Pole Position“, lässt sich David Mowat, Partner bei Circularity Capital, in einer Pressemitteilung zitieren.

Gründer sieht Strategie bestätigt

Zusammengesetzt ist das Investment in Höhe von 37 Millionen Euro aus zwölf Millionen Eigenkapital und 25 Millionen Fremdkapital. Damit ersetzt das Start-up alle alten Kredite. An der aktuellen Finanzierungsrunde beteiligt sich auch die Kölner Venture-Capital-Gesellschaft Coparion, die Varengold Bank aus Hamburg sowie Produktentwickler und Investor Samsung Next.

Von den Altinvestoren sind außerdem der Main Incubator der Commerzbank und der Berliner Tech-Fonds June Fund wieder dabei. „Die neue Finanzierung ist ein großer Schritt für Grover auf unserem Weg, den Konsum von Elektronikgeräten zu revolutionieren, und eine Bestätigung unserer Strategie der letzten zwölf Monate”, so Michael Cassau, Gründer und Geschäftsführer von Grover.