Endkunden sollen dank Hard- und Software des Unternehmens Energie sparen. Zu den neuen Investoren gehört auch ein Energiekonzern mit unruhiger Zukunft.

Eine schlaue Box für den Haushalt: Damit wirbt GridX mit Standorten in Aachen und München. Das junge Unternehmen entwickelt und programmiert ein Gerät, welches sämtlichen Stromverbrauch misst, analysiert und Einsparungen vorschlagen soll – kombinerbar mit einem eigenen Ökostromtarif. Nun hat das Start-up hat eine Finanzierung im mittleren siebenstelligen Millionenbereich abgeschlossen.

Die bisherigen Geldgeber, unter anderen der deutsche Risikokapitalgeber Vito One und Privatinvestor Gabor Cselle, beteiligten sich erneut an dem Unternehmen. Angeführt wurde das Investment jedoch von Risikokapitalgeber Coparion und Innogy Ventures, der Beteiligungsgesellschaft der gleichnamigen RWE-Tochter. In den Konzern ist zuletzt etwas Unruhe eingekehrt, nachdem RWE und Eon beschlossen haben, verschiedene Teile von Innogy neu unter sich zu verteilen.

Interessant ist das Investment auch, weil das GridX im Imagefilm auf der eigenen Homepage noch davon spricht, aus Glaubwürdigkeitsgründen auf Kooperationen mit großen Energieversorgern verzichten zu wollen. „Wir sehen die Kooperation mit Innogy nicht als Strategiewechsel, weil es es sich derzeit um ein reines Investment ohne strategische Zusammenarbeit handelt. Mit Innogy haben wir jedoch auch einen Partner gefunden, der die gleiche Vision teilt“, sagt Gründer und Geschäftsführer David Balensiefen zu WirtschaftsWoche Gründer. Solange sich ein Investor oder Geschäftspartner ähnlich stark auf Ökostrom fokussiere, seien Kooperationen durchaus denkbar. Details zu weiteren Partnerschaften nennt er nicht.

Von der Box zur Plattform

Das vor knapp zwei Jahren gegründete GridX beschäftigt mittlerweile 24 Mitarbeiter. Auch dank des Investments soll die Energiespar-Plattform nun ausgebaut werden, um auch private Stromerzeuger und -verbraucher zu vernetzen. Aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben eine niedrige vierstellige Anzahl an Nutzern. „Ziel von GridX ist es, zur zentralen Plattform für Stromerzeuger und Verbraucher zu werden, damit alle Aufgabe wie Energiemanagement, Strombezug und Monitoring in einer herstellerunabhängigen Lösung gebündelt werden“, sagt Mitgründer David Balensiefen.

Zahlreiche Start-ups mischen seit einiger Zeit den Energiemarkt auf. Der war lange Zeit von wenigen großen Konzernen und sehr hohen regulatorischen Vorgaben geprägt – beides hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Die Umstellung auf immer mehr erneuerbare Energien im Stromnetz sorgt zudem dafür, dass digitale Lösungen benötigt werden, um die Lastenverteilung kleinteiliger und dynamischer zu regulieren.

Mit einem ähnlichen Konzept wie GridX ist da beispielsweise das Allgäuer Unternehmen Sonnen  unterwegs. Auch junge Unternehmen wie Next Kraftwerke oder Node.Energy arbeiten an dem komplizierten Ausgleich zwischen Orten, an denen Strom erzeugt wird – und denen, wo er benötigt wird. Den Zugang zum Endkunden digitaler machen wollen Start-ups wie 4hundred oder Fresh.Energy – auch hier steckt Innogy mit drin.