Viele Städte leiden unter schlechter Luft. Das Start-up Green City Solutions baut Bänke, die Feinstaub weit besser filtern als Bäume.

Wenn Liang Wu seine Verwandten in China besucht, erlebt er wie extrem Smog werden kann. Mit seinem Start-up Green City Solutions will er die Luft in Städten verbessern – auch hierzulande. Dazu haben die Dresdener den so genannten City Tree entwickelt, Sitzbänke mit einer großen Wand, die mit Moos bepflanzt wird. „Das filtert so viel Feinstaub wie 275 Bäume“, sagt Wu.

Grund sind die unzähligen Verästelungen der Moose, die den Feinstaub zudem im Stoffwechsel verarbeiten. „Die müssen also nicht ausgewaschen werden“, sagt Wu. Mit Regentanks und Solarpaneelen versorgt sich die Anlage weitestgehend selbst, Sensoren melden, falls doch einmal Wasser nachgefüllt werden muss. Zudem kann der City Tree damit auch die Luftverschmutzung messen. Und es gibt noch einen Vorteil, vor allem in großen, eng verbauten Metropolen. „Die City Trees können auch dort aufgestellt werden, wo es nicht oder nur schwer möglich ist, Bäume zu pflanzen“, sagt Wu.

Fünf Anlagen wurden bislang aufgestellt, unter anderem in Dresden und Oslo. Zudem gibt es immer wieder temporäre Installationen bei Unternehmenskunden oder Messen wie DLD und CeBit, denn auch Werbung kann integriert werden. Entweder per LED in den Seiten, es können aber auch oder Logos und QR-Codes mit Schablonen aufgesetzt oder sogar mit andersfarbigen Blumen gepflanzt werden.

Erster City Tree in Asien aufgestellt

Beim Einsatz zu Reklamezwecken in Städten müssen dabei jedoch die jeweiligen Bestimmungen für großflächige Werbung beachtet werden. Und das ist nicht die das einzige Problem. „Wir haben uns ein sehr kompliziertes Kundensegment herausgesucht“, sagt Wu. So ist die Umsetzung der Idee auch schwieriger als gedacht, ursprünglich sollten schon längst mehr als 50 City Trees stehen. Doch die Kundenakquise dauert lange, da bei Städten meist mehrere Parteien und Ansprechpartner involviert sind, um Genehmigungen und Finanzierungen zu regeln.

Derzeit führt das Start-up Gespräche mit mehreren Städten über größere Installationen, idealerweise in Verbindung mit einem Forschungsprojekt, um den tatsächlichen Nutzen wissenschaftlich zu belegen. Einen nächsten Erfolg haben die Dresdner jedoch erzielt: In diesem Monat folgt in Hongkong die erste Anlage in Asien.

Steckbrief
Green City Solutions
Gründer: Peter Sänger, Victor Splittgerber, Liang Wu, Dénes Honus (von links)
Gründung: 2014
Sitz: Dresden
Mitarbeiter: 14
Kosten pro Bank: 22 000 Euro
Umsatz: soll 2016 von 200 000 auf eine Million Euro steigen