Das deutsche Spielestudio wird von der deutlich kleineren Stillfront Group übernommen – zu einer Bewertung von 270 Millionen Euro. Die Hamburger Gründer werden so zum größten Aktionär des schwedischen Entwicklers.

Einen wichtigen Meilenstein konnte Goodgame Studios noch in Eigenregie verkünden: Ende November verkündete der Hamburger Spieleentwickler stolz, nach etwa acht Jahren die Schwelle von einer Milliarde Euro Umsatz durchbrochen zu haben. Jetzt erhält das norddeutschen Studio einen skandinavischen Eigentümer: Die Stillfront Group mit Hauptsitz im schwedischen Linköping will Goodgame Studios für einen Gesamtpreis von 270 Millionen Euro übernehmen. Die aktuellen Anteilseigner von Stillfront müssen der gesamten Transaktion noch zustimmen.

Der Deal ist kurios, weil das schwedische Unternehmen im Umsatz deutlich kleiner ist als das Hamburger Unternehmen. Laut einer offiziellen Mitteilung der börsennotierten Stillfront Group kommen beide Unternehmen zusammen in den ersten neun Monaten des Jahres auf einen Umsatz von knapp 80 Millionen Euro – Goodgame Studios alleine trägt laut der Mitteilung 71,1 Millionen Euro dazu bei.

Nach Angaben von Stillfront erhalten die aktuellen Gesellschafter von Goodgame Studios 39 Millionen Euro in bar, die restlichen 231 Millionen Euro werden in Stillfront-Aktien umgewandelt. Damit hält Altigi, die bisherige Eigentümer-Holding hinter Goodgame Studios, zukünftig 36,5 Prozent des neu zusammengeschlossenen Unternehmens. Die Goodgame-Gründer Kai und Christian Wawrzinek werden auf einen Schlag die größten Einzelinvestoren von Stillfront.

Die Wawrzinek-Brüder werden wohl auch zukünftig eine wichtige Rolle im Tagesgeschäft spielen. Nach den Plänen von Stillfront soll Christian Wawrzinek Mitglied des Aufsichtsrat werden. Beide wollen zudem Geschäftsführer von Goodgame Studios bleiben, das als eigenständiges Tochterunternehmen weitergeführt werden soll.

Goodgame Studios hatte nach Boom-Jahren deutliche Umsatzeinbrüche zu verkraften. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen 200 Mitarbeiter entlassen. Nach Angaben der Gründer seien die Entwickler von Spielen wie „Empire: Four Kingdoms“ oder „Big Farm“ aber mittlerweile wieder auf Kurs: „In 2017 konnten wir Goodgame Studios zurück auf den richtigen Kurs bringen und sind heute sehr profitabel. Von Januar bis September 2017 konnten wir einen Gewinn vor Steuern von 22 Millionen Euro erwirtschaften“, sagt Kai Wawrzinek.