„Wir sind das größte Reiseportal Europas“, sagt Naren Shaam. Der CEO von GoEuro, unserem Start-up der Woche, hat bereits 146 Millionen Dollar Wagniskapital eingesammelt. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

Nehmen wir mal an, jemand möchte von Berlin nach London reisen, aber das Auto stehen lassen. Welche Alternativen gibt es – und was kosten sie? GoEuro liefert innerhalb von Sekunden drei Antworten: Die Zugfahrt kostet 150 Euro, der Bustransfer 50 Euro, das Flugticket 55. Die Reise findet, je nach Wahl, mit der Bahn und dem Eurostar, Flixbus oder Easyjet statt. Gebucht und bezahlt wird aber immer nur bei GoEuro.

„Wir sind Europas größte Reiseplattform“, sagt Vorstandschef Naren Shaam. Der 34-jährige Mathematiker hat das Start-up vor fast fünf Jahren in Berlin gegründet. Mittlerweile ist er außer in Deutschland unter anderem in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Polen und den Beneluxländern aktiv.

Einer seiner wichtigsten Transporteure ist die Deutsche Bahn. Deren Vorstand Berthold Huber hat vor vier Jahren eine neue App entwickeln lassen, die man als Konkurrenzprodukt werten kann: Qixxit. Mit ihr können Kunden Reisen per Zug, Bus, Mietwagen, Taxi und Leihfahrrad buchen. “Wir wollen die Gefahr einer Disruption unseres Geschäftsmodells bannen”, sagt Huber.

Zehn Millionen Nutzer pro Monat

GoEuro-Chef Shaam bleibt gelassen, denn das Angebot der Bahn läuft in deutlich weniger Ländern als seine Plattform. Und er hat große Ziele: Bis zum Ende dieses Jahres will er 100 neue Mitarbeiter einstellen und noch mehr Märkte erobern. Geld dafür hat er genug. Bei der letzten Kapitalrunde sammelte GoEuro 70 Millionen Dollar ein. Außerdem plant Shaam, den Fahrtenvermittler Uber in die Plattform zu integrieren.

Pro verkauftes Ticket berechnet GoEuro den beauftragten Transportunternehmen eine Provision. Wie hoch die Gebühr ist, möchte Shaam nicht verraten – ebenso wenig wie die Umsatzzahlen: „Wir sind eine Privatgesellschaft.“ Nur so viel: Monatlich würden zehn Millionen Menschen den Dienst nutzen.

// Steckbrief

Gründer Naren Shaam (im Bild links) und Malte Cherdron, Leiter des operativen Geschäfts

Gründung 2012

Mitarbeiter 200

Wettbewerber Moovel, Qixxit

Finanzierung 146 Millionen Dollar Wagniskapital von zwölf verschiedenen Investoren, unter anderem Goldman Sachs