Das Berliner Start-up Goeuro sammelt 45 Millionen US-Dollar von bekannten Namen wie Goldman Sachs und Facebook-Investor Yuri Milner ein.

Das Geschäftsmodell von Goeuro ist einfach erklärt: Über die Webseite des Berliner Start-ups lassen sich die Preise für Bus-, Bahn- und Flugreisen europaweit vergleichen. Das Unternehmen erhält eine Provision von den jeweiligen Anbietern, wenn der Kunde über die Goeuro-Plattform bucht. Mit dieser Idee sticht das Start-up aus dem Markt der Vergleichsportale kaum hervor – mit seiner aktuellen Finanzierungsrunde allerdings schon: Am Mittwoch verkündete das Start-up eine Kapitalspritze in Höhe von 45 Millionen US-Dollar.

Nicht nur die Höhe der Summe überrascht. Goeuro konnte für seine Series-B-Runde als Lead-Investor auch die Investmentbank Goldman Sachs gewinnen, prominente Namen wie Facebook-Geldgeber Yuri Milner und Tom Stafford, Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski, Supercell-Geschäftsführer Ilkka Paananen und Atomico beteiligten sich ebenfalls an der Runde. Mit dem Geld will Goeuro-Gründer Naren Shaam das „Wachstum weiter […] beschleunigen“ und das Berliner Team verstärken.

Ein Schwerpunkt soll auch darauf liegen, neue Reiseunternehmen zur Zusammenarbeit zu bewegen. Das 2013 gegründete Start-up zählt bislang elf europäische Länder zu seinem Portfolio. Nach eigenen Angaben kooperiert es mit 40 Bahn- und 300 Busunternehmen sowie allen Fluglinien. Künftig sollen es noch mehr werden.

Konkurrenz droht nicht nur von Start-ups, sondern auch von Google

Der Markt der Vergleichsportale gilt allerdings als schwierig. Goeuro konkurriert nicht nur mit anderen Start-ups wie Waymate oder Fromatob, sondern auch mit großen Konzernen wie Google. Über die Suchmaschine lassen sich schon heute beispielsweise Flugreisen vergleichen. Sollte das Unternehmen noch stärker in den Markt drängen, könnte es für Start-ups schwierig werden – trotz hoher Finanzierungsrunden.

Henrich Blase, Gründer des Versicherungs-Vergleichsportals Check24, drückte es im Sommer auf der Noah-Konferenz so aus: Google könne nicht nur zur Konkurrenz werden, sondern aus dem Wettbewerb auch noch Profit schlagen. „Google kann die Werbepreise für die größte Anzeige einfach anheben“, so Blase. Und Geld ist für Start-ups meist ein kritischer Punkt.