Zehn Millionen Ausflüge hat das Start-up weltweit vermittelt. Investoren wollen die erfolgreiche Reise des Unternehmens jetzt mit viel Geld verlängern.

470 verschiedene Touren in Berlin, 504 Möglichkeiten in Dubai, 1034 Aktivitäten in Rom: Das Portal Getyourguide bringt die unterschiedlichsten Ausflugsmöglichkeiten und Touren für Touristen auf seiner Website zusammen – von Flughafentransfers über Stadtführungen bis zu Kochevents in angesagten Restaurants.  Das 2009 gegründete Digitalunternehmen mit mittlerweile knapp 400 Mitarbeitern kann jetzt eine umfangreiche Finanzierungsrunde verkünden, die insbesondere für eine weitere weltweite Expansion genutzt werden soll: Bestehende und neue Investoren stecken 75 Millionen US-Dollar in die Firma mit Hauptsitz in Berlin.

Mitgründer Johannes Reck spricht von einem „nahezu explosionsartigen Wachstum“ an vermittelten Buchungen in diesem Jahr: Die Schwelle von zehn Millionen verkaufter Touren und Aktivitäten sei in 2017 übersprungen worden, fast die Hälfte davon sei im laufenden Jahr erzielt worden. „Das neue Investment kommt zum passenden Zeitpunkt, denn die Wachstumsprognosen für den Urlaubs-Freizeitsektor sehen eine Verdoppelung des Buchungsaufkommens im Zeitraum 2015 bis 2020 vor“, sagt Reck.

Alle bisherigen Investoren von Getyourguide ziehen nach Angaben des Start-ups mit. Das Geld stammt von KKR, Spark, Highland Capital Partners, Nokia Growth Partners und Sunstone Capital. Als neuer Geldgeber kommt die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Battery Ventures dazu. Deren General Partner Itzik Parnafes wird zudem in das Board of Directors von Getyourguide einziehen und lobt das Potenzial des Investments: „Das Unternehmen besitzt die Chance, die Reisebranche von Grund auf zu verändern.“

Aktiv in elf Ländern

Die Investitionssumme will Mitgründer Reck für eine internationale Expansion einsetzen – nach eigenen Angaben unterhält das Start-up bereits Büros in elf Ländern. Zudem soll die Technologie auf der Plattform noch weiter verbessert werden. Man strebe an, ein „einzigartiges Reiseerlebnis für jeden einzelnen zu schaffen“, so Reck.

In einem WiWo-Gespräch vor eineinhalb Jahren gab das Unternehmen an, für die Vermittlung von den Veranstaltern eine Provision von bis zu 30 Prozent einzustreichen. Im Frühjahr dieses Jahres dementierte Reck dann, einen Verkauf des Unternehmens zu erwägen – obwohl immer mal wieder über das Interesse von großen touristischen Anbietern spekuliert wurde: „Wir wollen eine starke, unabhängige Firma aufbauen.“